Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1C 195/2022
Urteil vom 20. Februar 2023
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Kneubühler, Präsident,
Bundesrichter Chaix, Müller,
Gerichtsschreiberin Gerber.
Verfahrensbeteiligte
1. A.________,
2. B.________,
3. C.________,
alle drei vertreten durch
Rechtsanwalt Urs Hofstetter-Arnet,
Beschwerdeführende,
gegen
Bundesamt für Strassen,
Rechtsdienst, Postfach, 3003 Bern,
Eidgenössische Schätzungskommission, Kreis 9, c/o Dr. iur. Thomas Willi, Sonnenplatz 6, Postfach 96, 6020 Emmenbrücke 2.
Gegenstand
Enteignungs-/Parteien-Entschädigung,
Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung I,
vom 14. Februar 2022 (A-1366/2021).
Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 5. April 2017 genehmigte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) das Ausführungsprojekt des Bundesamts für Strassen (ASTRA) "N02, Sentibrücken Erweiterung Lärmschutz" im Gebiet der Stadt Luzern. Es erteilte Erleichterungen für die Liegenschaften, an denen die Lärmbelastung trotz den Sanierungsmassnahmen über dem Immissionsgrenzwert verblieb. Dazu gehörte auch die mit zwei Mehrfamilienhäusern überbaute Parzelle der Erbengemeinschaft D.________ (Nr. 1783 GB Luzern, rechtes Ufer; Luegetenstrasse 18 und 20). Die Entschädigungsforderung wurde zur Behandlung an die Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 9 (nachfolgend: ESchK) weitergeleitet. Die Plangenehmigungsverfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.
Am 15. Januar 2018 eröffnete der Präsident der ESchK das Schätzungsverfahren. Infolge einer Partialerbteilung traten die im Rubrum genannten Personen (nachfolgend: die Enteigneten) an Stelle der Erbengemeinschaft in das Verfahren ein.
Die ESchK führte am 24. Januar 2019 eine Einigungsverhandlung und am 12. Februar 2020 eine Schätzungsverhandlung mit Augenschein durch. Die Enteigneten beantragten mit Eingabe vom 24. Juni 2020 eine Entschädigung von Fr. 1'095'000.-- nebst 5 % Zinsen seit 10. Mai 2017 (Einsprachedatum). Sie reichten ein Immobiliengutachten der Dienststelle Steuern des Kantons Luzern vom 2. August 2016 ein, das den Wert der Gesamtliegenschaft auf insgesamt Fr. 6'451'800.-- beziffert.
Am 12. Februar 2021 wies die ESchK Kreis 9 das Entschädigungsbegehren ab, soweit darauf einzutreten sei.
C.
Gegen den Schätzungsentscheid erhoben die Enteigneten am 25. März 2021 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Dieses wies die Beschwerde am 14. Februar 2022 ab.
D.
Dagegen haben die Enteigneten am 24. März 2022 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht erhoben. Sie beantragen, der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts sei aufzuheben. Die Schweizerische Eidgenossenschaft habe ihnen als Minderwert für die Liegenschaft Nr. 1783 (Luegetenstrasse 18 und 20) eine Entschädigung von mindestens Fr. 1'095'000.--, eventualiter von Fr. 175'200.--, nebst 5 % Zins seit 10. Mai 2017 zu bezahlen. Der exakte Minderwert der Liegenschaft sei durch ein Schätzungsgutachten zu ermitteln. Zur aktuellen tatsächlichen lärmrechtlichen Situation bei der genannten Liegenschaft sei ein Gutachten bei einem dipl. Akustiker SGA einzuholen, namentlich zum Bereich der Zufahrtsstrasse zur Liegenschaft, zur Gestaltung der Grundrisse und der Fassaden, zu den Balkonen und Fenstern an beiden Gebäuden. Subeventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
E.
Das ASTRA und die ESchK beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen. Das Bundesverwaltungsgericht verweist auf das angefochtene Urteil und hat keine weiteren Bemerkungen.
Mit Replik vom 17. Juni 2022 halten die Beschwerdeführenden an ihren Anträgen und ihrer Begründung fest.
Erwägungen:
1.
Gegen den angefochtenen Endentscheid des Bundesverwaltungsgerichts betreffend eine Enteignungsentschädigung steht grundsätzlich die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht offen (Art. 82 lit. a
, 86 Abs. 1
lit. a und 90 BGG). Die Beschwerdeführenden sind zur Beschwerde gegen die Abweisung ihrer Entschädigungsforderung legitimiert (Art. 89 Abs. 1
BGG). Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde (Art. 100 Abs. 1
BGG) ist daher einzutreten.
Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht - einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens - gerügt werden (Art. 95 lit. a
BGG). Das Bundesgericht wendet das Bundesrecht grundsätzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1
BGG). Die Verletzung von Grundrechten (einschliesslich die willkürliche Anwendung von kantonalem Recht) prüft es dagegen nur insoweit, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und genügend begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2
BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat, sofern dieser nicht offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95
BGG beruht (Art. 105
und Art. 97 Abs. 1
BGG).
2.
Gemäss den Übergangsbestimmungen des Bundesgesetzes über die Enteignung vom 20. Juni 1930 (EntG; SR 711) zur Änderung vom 19. Juni 2020 werden Enteignungsverfahren, die vor dem Inkrafttreten dieser Änderung eingeleitet worden sind, nach bisherigem Recht zu Ende geführt. Massgeblich sind daher vorliegend die Bestimmungen der bis zum 1. Januar 2021 geltenden alten Fassung.
3.
Gehen von einem im öffentlichen Interesse liegenden Werk unvermeidbare übermässige Einwirkungen aus, werden die aus dem Nachbarrecht fliessenden Abwehrrechte der Betroffenen enteignet; die Nachbarinnen bzw. Nachbarn können nicht Beseitigung des Lärms verlangen, sondern nur eine Entschädigung wegen Enteignung der aus dem Grundeigentum hervorgehenden Nachbarrechte beanspruchen (Art. 5 Abs. 1
EntG). Dies setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass (kumulativ) die drei Bedingungen der Unvorhersehbarkeit der Lärmimmissionen, der Spezialität der Immissionen sowie der Schwere des immissionsbedingten Schadens gegeben sind (vgl. etwa BGE 134 II 145 E. 5 S. 147 mit Hinweisen).
3.1. Zur Unvorhersehbarkeit hielt die ESchK fest, das Grundstück Nr. 1783 sei seit dem 9. November 1929 im Besitz der Familie und die Handänderungen seien jeweils durch Erbgang erfolgt. Insofern sei das Kriterium erfüllt. Allerdings seien die heute vorhandenen Mehrfamilienhäuser erst 1992 gebaut worden, weshalb fraglich sei, ob auch diesbezüglich das Kriterium der Unvorhersehbarkeit erfüllt sei, oder nicht vielmehr auf den Vorgängerbau (Stadtvilla mit zwei Wohngeschossen und Walmdach) abzustellen sei.
3.2. Das Kriterium der Spezialität erachtete die ESchK in Bezug auf die heutigen Bauten als erfüllt, weil die Immissionsgrenzwerte (IGW) in den Dachwohnungen im 4. Obergeschoss um 1 dB (A) überschritten würden. Dagegen sei zweifelhaft, ob die Spezialität auch für den Vorgängerbau zu bejahen wäre, weil dieser aufgrund seiner geringeren Höhe vermutlich vollständig von den (schon vor 1992 erstellten) Mehrfamilienhäusern Luegetenstrasse 17, 19 und 21 vom Lärm abgeschirmt worden wäre. Allerdings hätten die Enteigneten trotz mehrfacher Aufforderung keine Planunterlagen eingereicht, welche die Feststellung der Gebäudehöhen ermöglicht hätte.
3.3. Die ESchK verzichtete auf eine abschliessende Klärung dieser Fragen, weil jedenfalls die Voraussetzung eines schweren Schadens klar nicht erfüllt sei. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne eine Entwertung einer Liegenschaft von 10 % enteignungsrechtlich einen schweren Schaden darstellen. Das ASTRA habe anhand der von ihm entwickelten Methode zur Berechnung des lärmbedingten Minderwerts von Liegenschaften (MiStra) einen von der Nationalstrasse verursachten lärmbedingten Schaden von 2.4 % ermittelt. Die ESchK gelangte aufgrund einer Gesamtwürdigung aller Umstände zum Ergebnis, der Minderwert liege deutlich unter 10 %, weshalb das Kriterium des schweren Schadens nicht erfüllt sei.
3.4. Die Beschwerdeführenden werfen den Vorinstanzen vor, sich einzig auf die in der Plangenehmigung UVEK vom 5. April 2017 prognostizierte Lärmbelastung für den Zeitpunkt 2030 und die sich daraus ergebenden Prozentwerte gemäss MiStra gestützt zu haben. Dies sei offensichtlich bundesrechtswidrig: Zum einen sei nach ständiger Rechtsprechung auf die rechtliche und tatsächliche Situation im massgebenden Schätzungszeitpunkt abzustellen (unten E. 4). Zum anderen sei zu Unrecht keine Gesamtwürdigung der Verhältnisse vorgenommen worden (unten E. 5). Subsidiär machen sie geltend, dass selbst dann von einem schweren Schaden auszugehen wäre, wenn der lärmbedingte Schaden nur 2,4 % des Gebäudewerts betrüge, wie von der ESchK angenommen (unten E. 6).
4.
ESchK und Bundesverwaltungsgericht stellten auf die Lärmprognosen des Plangenehmigungsverfahrens "Sentibrücken" ab, welche die zukünftige Lärmentwicklung bis 2030 berücksichtige (vgl. Planbericht vom 15. Januar 2016 "Erleichterungen gemäss Lärmschutzverordnung", Erleichterungsantrag Nr. 5, Objektblätter 3.4 und 3.6). Danach werde der Immissionsgrenzwert (IGW) für die Empfindlichkeitsstufe II (ES II) von 60 dB (A) am Tag in allen Geschossen und an allen Fassaden der Mehrfamilienhäuser Luegetenstrasse 18 und 20 eingehalten. Der IGW für die Nacht von 50 dB (A) werde nur in den Dachwohnungen im 4. OG und einzig an der Südfassade um 1 dB (A) überschritten. Die Plangenehmigungsverfügung vom 5. April 2017 sei unbestrittenermassen in Rechtskraft erwachsen, weshalb der Einwand unbehelflich sei, dass diese bzw. die darin festgestellten Immissionsgrenzwerte bundesrechtswidrig seien. Hinzu komme, dass die ESchK eine Gesamtwürdigung der lärmrechtlichen Situation vorgenommen habe und die Feststellungen am Augenschein miteinbezogen habe. Den Antrag auf Einholung eines Lärmgutachtens wies das Bundesverwaltungsgericht daher in antizipierter Beweiswürdigung ab, soweit darauf überhaupt einzugehen sei.
4.1. Mit den Vorinstanzen ist davon auszugehen, dass das rechtskräftig genehmigte Sanierungsprojekt "Sentibrücken" im Enteignungsverfahren nicht mehr in Frage gestellt werden kann. Soweit die Beschwerdeführenden das Sanierungsprojekt kritisieren und geltend machen, es hätten weitere Lärm- oder passive Schallschutzmassnahmen ergriffen werden müssen, ist darauf nicht einzutreten. Zwar können Schallschutzmassnahmen auch noch im Enteignungsverfahren, als Sachleistung i.S.v. Art. 18
EntG, zugesprochen werden (grundlegend BGE 119 Ib 348 E. 6c S. 364 ff.). Dies setzt aber das Bestehen eines enteignungsrechtlichen Entschädigungsanspruchs voraus.
Näher zu prüfen ist, ob auch die Lärmprognosen des Sanierungsprojekts im Enteignungsverfahren massgeblich bzw. verbindlich sind.
4.2. Grundsätzlich ist im Enteignungsverfahren auf die rechtliche und tatsächliche Situation im Schätzungszeitpunkt abzustellen (BGE 134 II 49 E. 13.2; 145 E. 6 S. 150 und nicht publizierte E. 11.2); dieser ist in der Regel auf das Datum der Einigungsverhandlung festzulegen (aArt. 19bis Abs. 1
EntG). Allerdings sind von diesem Grundsatz verschiedene Ausnahmen zu machen:
4.2.1. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die Sanierung Vorrang vor der Entschädigung, weshalb vor Ablauf der Sanierungsfrist grundsätzlich keine Entschädigung verlangt werden kann (vgl. BGE 123 II 560 E. 4; ADRIAN GOSSWEILER, Entschädigugnen für Lärm von öffentlichen Verkehrsanlagen, Elemente für eine Neuordnung durch den Gesetzgeber, 2014, S. 274 ff. mit Hinweisen). Die Beschwerdeführenden machen keine Ausnahme von diesem Grundsatz geltend, sondern verlangen eine Enteignungsentschädigung für die nach erfolgter Sanierung noch verbleibende übermässige Lärmbelastung ihrer Liegenschaft. Massgeblich sind somit die Lärmimmissionen nach Umsetzung des Sanierungsprojekts. Diese wurden im Plangenehmigungsverfahren prognostiziert, weshalb es grundsätzlich zweckmässig und zulässig erscheint, auf diese Prognosen abzustellen.
4.2.2. Im Lärmprojekt wurde die Verkehrsentwicklung bis 2030 berücksichtigt, wobei von einer Zunahme des Verkehrs um 20 % (bezogen auf 2010) ausgegangen wurde. Nach dem Stichtag eintretende Änderungen der tatsächlichen Situation, die sich werterhöhend oder -mindernd auswirken können, dürfen bei der Entschädigungsbemessung nur insoweit berücksichtigt werden, als sie sich im Schätzungszeitpunkt im Verkehrswert des von der Enteignung betroffenen Objekts schon niedergeschlagen haben oder mit hinreichender Sicherheit niederschlagen werden (BGE 134 II 49 E. 13.3; in BGE 134 II 145 nicht publizierte E. 11.3). Dazu kann insbesondere ein vorhersehbarer Anstieg der Verkehrsbelastung einer bestehenden Strasse gehören (BGE 134 II 49 E. 13.2; 110 Ib 340 E. 5 S. 351 f.; in BGE 134 II 145 nicht publ. E. 11.2). Noch ungewisse Entwicklungen dürfen nicht berücksichtigt werden (BGE 134 II 49 E. 13.3). Die Beschwerdeführenden legen nicht dar, inwiefern die prognostizierte Verkehrszunahme zu ungewiss oder offensichtlich unrichtig sei und deshalb nicht hätte berücksichtigt werden dürfen.
4.3. Fraglich ist dagegen, ob die Lärmprognosen des Sanierungsprojekts von der Rechtskraft des Plangenehmigungsentscheids umfasst werden und daher im Enteignungsverfahren nicht mehr überprüft werden können. Der Umfang der Rechtskraft bemisst sich grundsätzlich nach dem Entscheiddispositiv, dessen Tragweite unter Beizug der Erwägungen zu ermitteln ist (vgl. z.B. BGE 116 II 738 E. 2a S. 743/744 mit Hinweis).
4.3.1. In der Regel sind Immissionsprognosen Sachverhaltselemente, die der Beurteilung eines Rechtsverhältnisses zugrunde gelegt werden, aber nicht ihrerseits in Rechtskraft erwachsen. Allerdings schreibt Art. 37a Abs. 1
LSV vor, dass die Vollzugsbehörde in ihrem Entscheid über die Erstellung, Änderung oder Sanierung einer Anlage deren zulässige Lärmimmissionen festlegt. Diese entsprechen grundsätzlich den Belastungsgrenzwerten, d.h. bei sanierten Altanlagen den IGW (vgl. Art. 16
USG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 lit. b
LSV), es sei denn, es werden Erleichterungen nach Art. 14
LSV erteilt.
Vorliegend entsprach das UVEK den Erleichterungsanträgen des ASTRA für die Objekte Luegetenstrasse 18 und 20 und legte für diese Objekte im Dispositiv fest, dass der IGW für die Empfindlichkeitsstufe II nachts (50 dB) um 1 dB überschritten werden dürfe. Diese Festlegung ist rechtskräftig geworden und kann im Enteignungsverfahren nicht mehr überprüft werden. Dies ist auch nicht erforderlich: Sollten nämlich die tatsächlichen Immissionen nach Sanierung den festgelegten Lärmpegel überschreiten, würde dies eine Abweichung von der bewilligten Nutzung der Anlage darstellen (vgl. Urteil 1C 63/2019 vom 29. Januar 2020 E. 5.2, in: URP 2020 566), welche die Betroffenen nicht dulden müssten, sondern gegen die sie sich zur Wehr setzen könnten. Insoweit wurden ihre Abwehransprüche nicht enteignet.
4.3.2. Anders verhält es sich dagegen bei den Lärmprognosen der Objektblätter, insbesondere für die Empfangspunkte, an denen die IGW (gemäss Berechnung) eingehalten werden. Die Lärmbelastung unterhalb der Schwelle der IGW spielte für die lärmrechtliche Beurteilung des Sanierungsprojekts keine Rolle und musste daher auch (im Dispositiv der Plangenehmigungsverfügung) nicht verbindlich festgehalten werden. Er ist (nur) für die Entschädigungshöhe und damit auch für die Schwere des Schadens relevant, weil hierfür der gesamte lärmbedingte Minderwert berücksichtigt wird, auch soweit die Immissionen unterhalb der IGW liegen (vgl. unten E. 5.1 zum Modell MiStra, das einen lärmbedingten Schaden ab einer Schwelle von 10 dB unter dem IGW annimmt). Insofern sind die Lärmprognosen der Objektblätter nicht in Rechtskraft erwachsen.
4.4. Dies bedeutet indessen nicht, dass darauf im Enteignungsverfahren nicht abgestellt werden durfte, bestehen doch keinerlei Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Lärmprognosen im Plangenehmigungsverfahren:
Diese wurden auf der Grundlage von Berechnungen für den Zustand 2030 mittels eines Computerprogramms ermittelt. Als Basis für die Berechnungen diente ein dreidimensionales Geländemodell mit den Lärmquellen, den relevanten Objekten im Schallausbreitungsweg und den massgebenden Empfangspunkten. Für Gebäude und Anlagen wurden Reflexionen und materialspezifische Absorptionseigenschaften berücksichtigt (vgl. Lärmschutzprojekt, Bericht [Strassen-]Lärmschutzprojekt vom 15. Januar 2016, Ziff. 2.5.2 S. 28 f.). Zur Eichung der Modellberechungen wurden Verkehrszählungen und Lärmmessungen durchgeführt und deren Ergebnisse für jahresdurchschnittliche Verhältnisse umgerechnet. Dafür wurde u.a. in der unmittelbaren Nähe der Liegenschaft der Beschwerdeführenden (an der Luegetenstrasse 17) eine Langzeitlärmmessung durchgeführt. Aufgrund des Vergleichs der rechnerischen Lärmbelastung nachts mit der gemessenen und normalisierten Belastung wurden die berechneten Lärmbelastungen um +2 dB (A) angehoben. Das UVEK erachtete daher die Lärmwerte als korrekt ermittelt und ging davon aus, neue Messungen auf der Liegenschaft der Beschwerdeführenden würden zu keinem anderen Ergebnis führen (vgl. Plangenehmigungsverfügung S. 20 f. und S. 25 f.).
Am Augenschein der ESchK ergänzte der Vertreter des ASTRA, dass die von den Beschwerdeführenden beantragten Lärmmessungen nicht aussagekräftig wären, weil sie nicht nur den Lärm der Nationalstrasse, sondern auch Nebengeräusche erfassen würden und der Wind dabei eine grosse Rolle spiele.
Unter diesen Umständen durften die ESchK und das Bundesverwaltungsgericht auf die Lärmprognosen im Plangenehmigungsverfahren abstellen und den Antrag auf Einholung eines akustischen Gutachtens bzw. von Langzeitlärmmessungen in antizipierter Beweiswürdigung abweisen, ohne das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden zu verletzen. Es besteht daher auch kein Anlass, ein solches Gutachten im bundesgerichtlichen Verfahren einzuholen.
4.5. Nicht nachvollziehbar ist die Rüge der Beschwerdeführenden zur sogenannten Lüftungsfensterpraxis des Bundesgerichts. Danach müssen die Lärmimmissionen an allen offenen Fenstern eines lärmempfindlichen Raums eingehalten werden (gemäss Art. 39 Abs. 1
LSV), und nicht nur an einem zur Lüftung geeigneten Fenster (BGE 142 II 100 E. 3 und 4). Die Lärmprognosen des ASTRA im Plangenehmigungsverfahren beschränken sich nicht auf die am wenigsten exponierten Lüftungsfenster, sondern wurden an allen lärmexponierten Fassaden (Süd, West und Ost) durchgeführt.
5.
Zu prüfen ist noch die Rüge, die von der ESchK vorgenommene und vom Bundesverwaltungsgericht geschützte Schätzung der Schwere des Schadens sei bundesrechtswidrig, weil sie sich einzig auf die prognostizierten Lärmpegel und die Prozentpunkte gemäss der Bewertungsmethode MiStra stütze.
5.1. Das ASTRA berechnete einen Minderwert von 2.4 %, sowohl für die beiden Hausteile (Luegetenstrasse 18 und 20) einzeln als auch für die gesamte Liegenschaft, gestützt auf die Bewertungsmethode MiStra. Diese berechnet den lärmbedingten Mindertwert von Liegenschaften prozentual pro dB Lärm über einem Schwellenwert, der 10 dB unterhalb des massgeblichen IGW liegt. Gemäss ASTRA seien die Kriterien so konservativ angesetzt, dass aufgrund des Ergebnisses entschieden werden könne, ob ein schwerer Schaden gemäss bundesgerichtlicher Praxis (mind. 10 - 15 %) vorliege oder nicht. Die Methode äussere sich dagegen nicht zum Wert der Liegenschaft und zur effektiven Höhe des Schadens.
Das Bundesverwaltungsgericht hielt fest, die Methode MiStra beruhe auf vorhandenen Untersuchungen zu Minderwertberechnungen, insbesondere den Hedonic-Pricing-Studien der Zürcher Kantonalbank. Solche hedonischen Bewertungsmodelle seien allgemein üblich (mit Hinweis auf BGE 138 II 77 E. 7 und 134 II 49 E. 18) und würden auch von den Beschwerdeführenden nicht substanziiert bestritten. Die Berücksichtigung dieser Methode liege im Rahmen des vorinstanzlichen Schätzungsermessens und diene einer einheitlichen Praxis. Unter der Prämisse, dass der Minderwert deutlich unter 10 % liege, sei es auch ohne Weiteres vertretbar gewesen, auf eine detaillierte Minderwertberechnung zu verzichten.
5.2. Die Beschwerdeführenden erheben keine (substanziierten) Rügen gegen die Berechnungsmethode MiStra, machen aber geltend, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht einzig auf die Lärmbelastung abgestellt werden dürfe, sondern weitere Gegebenheiten zu berücksichtigen seien, welche die Immobilienpreise zu beeinflussen vermögen, wie insbesondere Art, Lage und Umgebung der Liegenschaft (BGE 130 II 394 E. 12.3; 110 Ib 340 E. 2; 94 I 286 E. 9c; Urteil 1C 78/2019 vom 22. November 2019 E. 3.2). Vorliegend habe die ESchK zwar behauptet, eine eigene Abwägung aufgrund ihres Gesamteindrucks vorgenommen zu haben; sie habe jedoch keinerlei Ausführungen zu den massgebenden Umständen und zum tatsächlich wahrnehmbaren Lärm gemacht und habe damit ihr Schätzungsermessen offensichtlich überschritten. Nicht berücksichtigt worden seien insbesondere die günstige Lage der Liegenschaft im ruhigen Geissmattquartier, die Tatsache, dass der Autobahnlärm bei offenen Fenstern in allen Wohnungen (ausser evtl. den beiden untersten) deutlich wahrnehmbar sei, der durch die Verschiebung des Tunnelportals entstandene "Trompeteneffekt" sowie die Lärmabprallungen an den Häusern und Wänden rund um die Liegenschaft. Das Bundesverwaltungsgericht hätte
daher ein unabhängiges Schätzungsgutachten einholen müssen.
5.3. Das Bundesverwaltungsgericht hielt diesen Vorwurf für unbegründet: Die ESchK habe sich nicht einzig auf die Methode MiStra gestützt, sondern im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch den Gesamteindruck abgewogen. Sie habe überdies berücksichtigt, dass auch gemäss Immobiliengutachten geringe Immissionen von der Autobahn und der Bahnlinie bestünden. Sie habe damit ihr Schätzungsermessen weder über- oder unterschritten noch missbraucht. Das Bundesverwaltungsgericht wies daher die Anträge auf Durchführung eines Augenscheins unter Beizug eines Schätzungsexperten in antizipierter Beweiswürdigung ab.
Diese Erwägungen der Vorinstanz lassen keine Verletzung von Bundesrecht erkennen.
5.4. Vorweg ist festzuhalten, dass es nicht um die genaue Schätzung des Verkehrswerts des Grundstücks mit und ohne Lärmbelastung ging, sondern einzig um die Einschätzung, ob der Schaden deutlich unter 10 % liege und ein Enteignungsanspruch daher von vornherein ausgeschlossen war.
5.4.1. Zwar gibt die Bewertungsmethode MiStra nicht Auskunft über die genaue Schadenshöhe; sie erlaubt jedoch eine Aussage zur statistisch zu erwartenden Grössenordnung des Schadens. Liegt dieser deutlich unter 10 % (hier: 2.4 %), stellt dies zumindest ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass die Anspruchsvoraussetzung der Schwere des Schadens nicht erfüllt ist.
5.4.2. Die ESchK beliess es nicht einzig bei der Berechnung mit MiStra, sondern ergänzte diese mit dem am Augenschein gewonnenen Eindruck sowie der Einschätzung des Immobiliengutachtens.
Die von den Beschwerdeführenden erwähnten Besonderheiten der Lärmausbreitung und -reflexion waren bereits bei der Prognose der Lärmimmissionen im Sanierungsverfahren berücksichtigt worden (vgl. oben E. 4.4) und mussten daher von der ESchK nicht besonders gewürdigt werden. Auch die Lage der Wohnung in einem lärmempfindlichen Wohnquartier wirkte sich - über die Empfindlichkeitsstufe [ES II] - bereits auf den massgeblichen IGW und damit auch auf den Schwellenwert gemäss MiStra aus.
Die ESchK traf eigene Feststellungen zu Überbauung und Nutzung der streitbetroffenen Liegenschaft (vgl. Schätzungsentscheid E. 8.3). Entscheidend war für sie jedoch, dass die IGW in der Nacht nur geringfügig (um 1 dB) in den Dachgeschosswohnungen überschritten werden, und in allen anderen Wohnungen die IGW und tagsüber auch die Planungswerte eingehalten werden, im EG und im 1. OG auch die Planungwerte nachts. Sie ging daher davon aus, die streitbezogene Liegenschaft werde nach Ausführung des gesamten Sanierungsprojekts und mit Blick auf den Planungshorizont 2030 gut dastehen, weshalb die lärmbedingte Wertminderung deutlich unter 10 % liege.
Dies lässt keine Bundesrechtsverletzung erkennen. Die vorliegende Konstellation entspricht im Wesentlichen derjenigen in BGE 110 Ib 340 E. 11: Dort verneinte das Bundesgericht die Schwere des Schadens, weil von den insgesamt neun Wohnungen des Mehrfamilienhauses nur die oberste, nach Osten gerichtete Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung von übermässigem Lärm betroffen war, und dies auch nur nachts. Unter diesen Umständen sei der immissionsbedingte Schaden als gering zu betrachten, insbesondere was seine Höhe im Verhältnis zum Gesamtwert der Liegenschaft betreffe, weshalb die Zusprechung einer Entschädigung ausser Betracht falle.
5.4.3. Es ist schliesslich auch nicht zu beanstanden, dass die ESchK die Einschätzung des Verkehrslärms im Immobiliengutachten berücksichtigte. Dieses Gutachten war von den Beschwerdeführenden selbst eingereicht worden. Zwar mag es konservativ mit Blick auf den Verkehrswert sein; dies erklärt indessen nicht, weshalb die Einschätzung der Lärmimmissionen als "gering" unrichtig sei. Im Übrigen stellt dieses Gutachten lediglich einen Mosaikstein in der Begründung der ESchK bzw. der Vorinstanz dar, die sich im Wesentlichen auf die Berechnung MiStra und den Eindruck der fachkundigen Mitglieder der Schätzungskommission am Augenschein stützt.
5.5. Nicht nachvollziehbar ist die Rüge der Beschwerdeführenden, die ESchK habe den Lärm in ihrem Entscheid vom 12. Februar 2020 als "nicht wahrnehmbar" beurteilt, was in offensichtlichem Widerspruch zu den Feststellungen am Augenschein stehe, wonach der Autobahnlärm auf der Ebene der Zufahrtsstrasse, auf den Terrassen und in den Räumen bei offenem Fenster deutlich wahrnehmbar sei. Im Schätzungsentscheid findet sich keine entsprechende Aussage der ESchK. Diese stellte, wie dargelegt, darauf ab, dass (ausser in den Dachgeschosswohnungen) die IGW überall und die Planungswerte teilweise eingehalten seien. Dies bedeutet lediglich, dass der Lärm nicht übermässig ist, nicht aber, dass er nicht (deutlich) wahrnehmbar sei.
5.6. Unter diesen Umständen durfte das Bundesverwaltungsgericht einen Missbrauch des Schätzungsermessens der ESchK verneinen, und war nicht verpflichtet, einen eigenen Augenschein durchzuführen oder ein Schätzungsgutachten einzuholen. Die entsprechenden Anträge der Beschwerdeführenden sind daher auch im bundesgerichtlichen Verfahren abzuweisen.
6.
Subsidiär machen die Beschwerdeführenden geltend, die Voraussetzung des schweren Schadens sei selbst dann erfüllt, wenn der lärmbedingte Schaden wesentlich unter 10 % des Verkehrswerts liege. Es gebe keine allgemeingültig festgelegte Grenze, und auch ein rein absolut betrachtet hoher Schaden könne diese Voraussetzung erfüllen. Vorliegend sei der Verkehrswert des Grundstücks im Immobiliengutachten auf Fr. 6'451'800.-- geschätzt worden. Die Beschwerdeführenden hätten vor BVGer vorgebracht, dass der aktuelle Wert Fr. 7'300'000.-- betrage; dies sei vom Beschwerdegegner nicht bestritten worden. Der von der ESchK anerkannte lärmbedingte Minderwert von 2.4 % ergebe einen absoluten Schaden von Fr. 175'200.--, was keinesfalls geringfügig sei. So habe das Bundesgericht in BGE 102 Ib 271 E. 4 S. 275 f. einen Schaden von Fr. 13'500.-- als schwer beurteilt.
6.1. Nach einer Standardformulierung des Bundesgerichts setzt das Kriterium der Schwere voraus, dass der immissionsbedingte Schaden eine gewisse Höhe oder einen gewissen Prozentsatz des Gesamtwertes einer Liegenschaft erreicht (so z.B. BGE 134 II 49 E. 11 S. 66; 130 II 394 E. 12.3, je mit Hinweisen; so schon der Grundsatzentscheid "Werren", BGE 94 I 286 E. 9c " si le dommage n'atteint pas un certain montant ou un certain pourcentage"). Diese Formulierung spricht per se für die Annahme der Beschwerdeführenden, wonach auch die absolute Höhe des Schadens relevant sei. Die Rechtsprechung verlangt jedoch zusätzlich zur Schadenshöhe eine billige Abwägung der gesamten Umstände des Einzelfalls; in diesem Rahmen ist die Höhe des Schadens insbesondere in Beziehung zum Gesamtwert der Liegenschaft zu setzen (so schon BGE 94 I 286 E. 9c: " Aussi incombe-t-il aux autorités d'expropriation de le déterminer de cas en cas, en tenant équitablement compte de tous les éléments de l'espèce, notamment l'importance du dommage et de sa relation avec la valeur de l'immeuble déprécié").
So wurde in dem von den Beschwerdeführenden zitierten Entscheid BGE 102 Ib 271 E. 4 darauf abgestellt, dass der Minderwert 10 % des Verkehrswerts ausmache. Nichts anderes ergibt sich aus dem Urteil 1C 78/2019 vom 22. November 2019: In diesem Entscheid ging es um die Verjährung; die Anspruchsvoraussetzungen der Enteignungsentschädigung wurden nur kurz, unter Verweis auf die bisherige Rechtsprechung, rekapituliert; eine Praxisänderung war offensichtlich nicht bezweckt. Aus der Formulierung in E. 3.2, die Voraussetzung der Schwere bedeute, dass der Schaden "eine gewisse Höhe" erreichen müsse, lässt sich daher nicht schliessen, dass auf einen prozentualen Schwellenwert zu verzichten sei.
6.2. Die Voraussetzung der Schwere des immissionsbedingten Schadens findet nach der Rechtsprechung ihre Rechtfertigung im Grundsatz, dass eine Entschädigung nicht für jeden beliebigen staatlichen Eingriff und damit auch nicht für jede beliebige Beeinträchtigung durch den öffentlichen Verkehr geschuldet wird. Das Bundesgericht erwog, dass die Grundeigentümer und -eigentümerinnen selbst von diesen Anlagen profitierten, die sich oftmals wertsteigernd auf die angrenzenden Liegenschaften auswirkten; müssten die Gemeinwesen sämtliche Wertminderungen ersetzen, wären sie oft nicht mehr in der Lage, neue Verkehrsanlagen zu erstellen oder bestehende zu erweitern (grundlegend BGE 94 I 286 E. 8a und E. 9c; 121 II 317 E. 5a S. 330; 123 II 481 E. 7d; je mit Hinweisen). Grundgedanke ist damit eine gewisse Sozialpflichtigkeit des Eigentums, in deren Rahmen relativ geringfügige Beeinträchtigungen durch den Verkehr auf öffentlichen Strassen entschädigungslos hinzunehmen sind.
6.3. Die bisherige Praxis und ihre Begründung sprechen gegen das Abstellen auf absolute Beträge, welche die Eigentümer und Eigentümerinnen von grossen und wertvollen Liegenschaften bevorzugen und diesen einen Entschädigungsanspruch schon bei relativ geringfügigen Beeinträchtigungen verschaffen würde, während alle anderen Betroffenen leer ausgingen. Dies stünde im Gegensatz zu den Erwägungen in BGE 101 Ib 405 E. 3b/aa S. 409, wo bei der billigen Würdigung aller Umstände die bescheidenen Verhältnisse der Beschwerdeführerin berücksichtigt wurden, die es dieser nicht gestatteten, aus eigenen Mitteln das Nötige vorzukehren, um die störenden Einwirkungen des Verkehrs in ihrem Haus zu dämpfen.
Ob ausnahmsweise einmal, aufgrund besonderer Umstände des Einzelfalls, aus Billigkeitsgründen ein absolut hoher Schaden von deutlich unter 10 % des Verkehrswerts als schwer anerkannt werden könnte, kann offenbleiben, weil im vorliegenden Fall keine derartigen Gründe dargetan oder ersichtlich sind.
7.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 66
BGG i.V.m. Ziff. 1 des Tarifs für die Gerichtsgebühren im Verfahren vor dem Bundesgericht vom 31. März 2006 [SR 173.110.210.1]) und haben keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 68
BGG).
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 7'000.-- werden den Beschwerdeführenden auferlegt.
3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
4.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführenden, dem Bundesamt für Strassen, der Eidgenössischen Schätzungskommission, Kreis 9, und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 20. Februar 2023
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Kneubühler
Die Gerichtsschreiberin: Gerber
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1C 195/2022
Urteil vom 20. Februar 2023
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Kneubühler, Präsident,
Bundesrichter Chaix, Müller,
Gerichtsschreiberin Gerber.
Verfahrensbeteiligte
1. A.________,
2. B.________,
3. C.________,
alle drei vertreten durch
Rechtsanwalt Urs Hofstetter-Arnet,
Beschwerdeführende,
gegen
Bundesamt für Strassen,
Rechtsdienst, Postfach, 3003 Bern,
Eidgenössische Schätzungskommission, Kreis 9, c/o Dr. iur. Thomas Willi, Sonnenplatz 6, Postfach 96, 6020 Emmenbrücke 2.
Gegenstand
Enteignungs-/Parteien-Entschädigung,
Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung I,
vom 14. Februar 2022 (A-1366/2021).
Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 5. April 2017 genehmigte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) das Ausführungsprojekt des Bundesamts für Strassen (ASTRA) "N02, Sentibrücken Erweiterung Lärmschutz" im Gebiet der Stadt Luzern. Es erteilte Erleichterungen für die Liegenschaften, an denen die Lärmbelastung trotz den Sanierungsmassnahmen über dem Immissionsgrenzwert verblieb. Dazu gehörte auch die mit zwei Mehrfamilienhäusern überbaute Parzelle der Erbengemeinschaft D.________ (Nr. 1783 GB Luzern, rechtes Ufer; Luegetenstrasse 18 und 20). Die Entschädigungsforderung wurde zur Behandlung an die Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 9 (nachfolgend: ESchK) weitergeleitet. Die Plangenehmigungsverfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.
Am 15. Januar 2018 eröffnete der Präsident der ESchK das Schätzungsverfahren. Infolge einer Partialerbteilung traten die im Rubrum genannten Personen (nachfolgend: die Enteigneten) an Stelle der Erbengemeinschaft in das Verfahren ein.
Die ESchK führte am 24. Januar 2019 eine Einigungsverhandlung und am 12. Februar 2020 eine Schätzungsverhandlung mit Augenschein durch. Die Enteigneten beantragten mit Eingabe vom 24. Juni 2020 eine Entschädigung von Fr. 1'095'000.-- nebst 5 % Zinsen seit 10. Mai 2017 (Einsprachedatum). Sie reichten ein Immobiliengutachten der Dienststelle Steuern des Kantons Luzern vom 2. August 2016 ein, das den Wert der Gesamtliegenschaft auf insgesamt Fr. 6'451'800.-- beziffert.
Am 12. Februar 2021 wies die ESchK Kreis 9 das Entschädigungsbegehren ab, soweit darauf einzutreten sei.
C.
Gegen den Schätzungsentscheid erhoben die Enteigneten am 25. März 2021 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Dieses wies die Beschwerde am 14. Februar 2022 ab.
D.
Dagegen haben die Enteigneten am 24. März 2022 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht erhoben. Sie beantragen, der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts sei aufzuheben. Die Schweizerische Eidgenossenschaft habe ihnen als Minderwert für die Liegenschaft Nr. 1783 (Luegetenstrasse 18 und 20) eine Entschädigung von mindestens Fr. 1'095'000.--, eventualiter von Fr. 175'200.--, nebst 5 % Zins seit 10. Mai 2017 zu bezahlen. Der exakte Minderwert der Liegenschaft sei durch ein Schätzungsgutachten zu ermitteln. Zur aktuellen tatsächlichen lärmrechtlichen Situation bei der genannten Liegenschaft sei ein Gutachten bei einem dipl. Akustiker SGA einzuholen, namentlich zum Bereich der Zufahrtsstrasse zur Liegenschaft, zur Gestaltung der Grundrisse und der Fassaden, zu den Balkonen und Fenstern an beiden Gebäuden. Subeventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
E.
Das ASTRA und die ESchK beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen. Das Bundesverwaltungsgericht verweist auf das angefochtene Urteil und hat keine weiteren Bemerkungen.
Mit Replik vom 17. Juni 2022 halten die Beschwerdeführenden an ihren Anträgen und ihrer Begründung fest.
Erwägungen:
1.
Gegen den angefochtenen Endentscheid des Bundesverwaltungsgerichts betreffend eine Enteignungsentschädigung steht grundsätzlich die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht offen (Art. 82 lit. a
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 82 Principio |
||||||
| Il Tribunale federale giudica i ricorsi: | ||||||
| contro le decisioni pronunciate in cause di diritto pubblico; | ||||||
| contro gli atti normativi cantonali; | ||||||
| concernenti il diritto di voto dei cittadini nonché le elezioni e votazioni popolari. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 86 Autorità inferiori in generale |
||||||
| Il ricorso è ammissibile contro le decisioni: | ||||||
| del Tribunale amministrativo federale; | ||||||
| del Tribunale penale federale; | ||||||
| dell'autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva; | ||||||
| delle autorità cantonali di ultima istanza, sempreché non sia ammissibile il ricorso al Tribunale amministrativo federale. | ||||||
| I Cantoni istituiscono tribunali superiori che giudicano quali autorità di grado immediatamente inferiore al Tribunale federale, in quanto un'altra legge federale non preveda che le decisioni di altre autorità giudiziarie sono impugnabili mediante ricorso al Tribunale federale. | ||||||
| Per le decisioni di carattere prevalentemente politico i Cantoni possono istituire quale autorità di grado immediatamente inferiore al Tribunale federale un'autorità diversa da un tribunale. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 89 Diritto di ricorso |
||||||
| Ha diritto di interporre ricorso in materia di diritto pubblico chi: | ||||||
| ha partecipato al procedimento dinanzi all'autorità inferiore o è stato privato della possibilità di farlo; | ||||||
| è particolarmente toccato dalla decisione o dall'atto normativo impugnati; e | ||||||
| ha un interesse degno di protezione all'annullamento o alla modifica degli stessi. | ||||||
| Hanno inoltre diritto di ricorrere: | ||||||
| la Cancelleria federale, i dipartimenti federali o, in quanto lo preveda il diritto federale, i servizi loro subordinati, se l'atto impugnato può violare la legislazione federale nella sfera dei loro compiti; | ||||||
| in materia di rapporti di lavoro del personale federale, l'organo competente dell'Assemblea federale; | ||||||
| i Comuni e gli altri enti di diritto pubblico, se fanno valere la violazione di garanzie loro conferite dalla costituzione cantonale o dalla Costituzione federale; | ||||||
| le persone, le organizzazioni e le autorità legittimate al ricorso in virtù di un'altra legge federale. | ||||||
| In materia di diritti politici (art. 82 lett. c), il diritto di ricorrere spetta inoltre a chiunque abbia diritto di voto nell'affare in causa. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 100 Ricorso contro decisioni |
||||||
| Il ricorso contro una decisione deve essere depositato presso il Tribunale federale entro 30 giorni dalla notificazione del testo integrale della decisione. | ||||||
| Il termine è di dieci giorni per i ricorsi contro le decisioni: | ||||||
| delle autorità cantonali di vigilanza in materia di esecuzione e fallimento; | ||||||
| nel campo dell'assistenza giudiziaria internazionale in materia penale e dell'assistenza amministrativa internazionale in materia fiscale; | ||||||
| in materia di ritorno di un minore secondo la Convenzione europea del 20 maggio 1980 [3] sul riconoscimento e l'esecuzione delle decisioni in materia di affidamento di minori e sul ristabilimento dell'affidamento oppure secondo la Convenzione del 25 ottobre 1980 [4] sugli aspetti civili del rapimento internazionale di minori; | ||||||
| del Tribunale federale dei brevetti in materia di rilascio di una licenza secondo l'articolo 40d della legge del 25 giugno 1954 [6] sui brevetti. | ||||||
| Il termine è di cinque giorni per i ricorsi contro le decisioni: | ||||||
| delle autorità cantonali di vigilanza in materia di esecuzione e fallimento pronunciate nell'ambito dell'esecuzione cambiaria; | ||||||
| dei Governi cantonali su ricorsi concernenti votazioni federali. | ||||||
| Il termine è di tre giorni per i ricorsi contro le decisioni dei Governi cantonali su ricorsi concernenti le elezioni al Consiglio nazionale. | ||||||
| Per i ricorsi concernenti conflitti di competenza tra due Cantoni, il termine decorre al più tardi dal giorno in cui in ciascun Cantone sono state pronunciate decisioni impugnabili mediante ricorso al Tribunale federale. | ||||||
| ... [7] | ||||||
| Il ricorso per denegata o ritardata giustizia può essere interposto in ogni tempo. | ||||||
| [1] Nuovo testo giusta l'all. n. 1 della L del 28 set. 2012 sull'assistenza amministrativa fiscale, in vigore dal 1° feb. 2013 (RU 2013 231; FF 2011 5587). [2] Nuovo testo giusta l'all. n. 1 della LF del 21 giu. 2013 (Autorità parentale), in vigore dal 1° lug. 2014 (RU 2014 357; FF 2011 8025). [3] RS 0.211.230.01 [4] RS 0.211.230.02 [5] Introdotta dall'all. n. 2 della LF del 20 mar. 2009 sul Tribunale federale dei brevetti, in vigore dal 1° gen. 2012 (RU 2010 513, 2011 2241; FF 2008 349). [6] RS 232.14 [7] Abrogato dall'all. 1 cifra II n. 2 del Codice di procedura civile del 19 dic. 2008, con effetto dal 1° gen. 2011 (RU 2010 1739; FF 2006 6593). | ||||||
Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht - einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens - gerügt werden (Art. 95 lit. a
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 95 Diritto svizzero |
||||||
| Il ricorrente può far valere la violazione: | ||||||
| del diritto federale; | ||||||
| del diritto internazionale; | ||||||
| dei diritti costituzionali cantonali; | ||||||
| delle disposizioni cantonali in materia di diritto di voto dei cittadini e di elezioni e votazioni popolari; | ||||||
| del diritto intercantonale. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 106 Applicazione del diritto |
||||||
| Il Tribunale federale applica d'ufficio il diritto. | ||||||
| Esamina la violazione di diritti fondamentali e di disposizioni di diritto cantonale e intercantonale soltanto se il ricorrente ha sollevato e motivato tale censura. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 106 Applicazione del diritto |
||||||
| Il Tribunale federale applica d'ufficio il diritto. | ||||||
| Esamina la violazione di diritti fondamentali e di disposizioni di diritto cantonale e intercantonale soltanto se il ricorrente ha sollevato e motivato tale censura. | ||||||
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat, sofern dieser nicht offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 95 Diritto svizzero |
||||||
| Il ricorrente può far valere la violazione: | ||||||
| del diritto federale; | ||||||
| del diritto internazionale; | ||||||
| dei diritti costituzionali cantonali; | ||||||
| delle disposizioni cantonali in materia di diritto di voto dei cittadini e di elezioni e votazioni popolari; | ||||||
| del diritto intercantonale. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 105 Fatti determinanti |
||||||
| Il Tribunale federale fonda la sua sentenza sui fatti accertati dall'autorità inferiore. | ||||||
| Può rettificare o completare d'ufficio l'accertamento dei fatti dell'autorità inferiore se è stato svolto in modo manifestamente inesatto o in violazione del diritto ai sensi dell'articolo 95. | ||||||
| Se il ricorso è diretto contro una decisione d'assegnazione o rifiuto di prestazioni pecuniarie dell'assicurazione militare o dell'assicurazione contro gli infortuni, il Tribunale federale non è vincolato dall'accertamento dei fatti operato dall'autorità inferiore. [1] | ||||||
| [1] Nuovo testo giusta la cifra IV n. 1 della LF del 16 dic. 2005, in vigore dal 1° gen. 2007 (RU 2006 2003; FF 2005 2751). | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 97 Accertamento inesatto dei fatti |
||||||
| Il ricorrente può censurare l'accertamento dei fatti soltanto se è stato svolto in modo manifestamente inesatto o in violazione del diritto ai sensi dell'articolo 95 e l'eliminazione del vizio può essere determinante per l'esito del procedimento. | ||||||
| Se il ricorso è diretto contro una decisione d'assegnazione o rifiuto di prestazioni pecuniarie dell'assicurazione militare o dell'assicurazione contro gli infortuni, può essere censurato qualsiasi accertamento inesatto o incompleto dei fatti giuridicamente rilevanti. [1] | ||||||
| [1] Nuovo testo giusta la cifra IV n. 1 della LF del 16 dic. 2005, in vigore dal 1° gen. 2007 (RU 2006 2003; FF 2005 2751). | ||||||
2.
Gemäss den Übergangsbestimmungen des Bundesgesetzes über die Enteignung vom 20. Juni 1930 (EntG; SR 711) zur Änderung vom 19. Juni 2020 werden Enteignungsverfahren, die vor dem Inkrafttreten dieser Änderung eingeleitet worden sind, nach bisherigem Recht zu Ende geführt. Massgeblich sind daher vorliegend die Bestimmungen der bis zum 1. Januar 2021 geltenden alten Fassung.
3.
Gehen von einem im öffentlichen Interesse liegenden Werk unvermeidbare übermässige Einwirkungen aus, werden die aus dem Nachbarrecht fliessenden Abwehrrechte der Betroffenen enteignet; die Nachbarinnen bzw. Nachbarn können nicht Beseitigung des Lärms verlangen, sondern nur eine Entschädigung wegen Enteignung der aus dem Grundeigentum hervorgehenden Nachbarrechte beanspruchen (Art. 5 Abs. 1
|
RS 711 LEspr Legge federale del 20 giugno 1930 sull'espropriazione (LEspr) Art. 5 |
||||||
| Possono formare l'oggetto dell'espropriazione i diritti reali sui fondi, i diritti risultanti dalle disposizioni sulla proprietà fondiaria in materia di rapporti di vicinato, inoltre i diritti personali dei conduttori e degli affittuari del fondo da espropriare. | ||||||
| Questi diritti possono essere estinti o limitati in modo permanente o temporaneo. | ||||||
3.1. Zur Unvorhersehbarkeit hielt die ESchK fest, das Grundstück Nr. 1783 sei seit dem 9. November 1929 im Besitz der Familie und die Handänderungen seien jeweils durch Erbgang erfolgt. Insofern sei das Kriterium erfüllt. Allerdings seien die heute vorhandenen Mehrfamilienhäuser erst 1992 gebaut worden, weshalb fraglich sei, ob auch diesbezüglich das Kriterium der Unvorhersehbarkeit erfüllt sei, oder nicht vielmehr auf den Vorgängerbau (Stadtvilla mit zwei Wohngeschossen und Walmdach) abzustellen sei.
3.2. Das Kriterium der Spezialität erachtete die ESchK in Bezug auf die heutigen Bauten als erfüllt, weil die Immissionsgrenzwerte (IGW) in den Dachwohnungen im 4. Obergeschoss um 1 dB (A) überschritten würden. Dagegen sei zweifelhaft, ob die Spezialität auch für den Vorgängerbau zu bejahen wäre, weil dieser aufgrund seiner geringeren Höhe vermutlich vollständig von den (schon vor 1992 erstellten) Mehrfamilienhäusern Luegetenstrasse 17, 19 und 21 vom Lärm abgeschirmt worden wäre. Allerdings hätten die Enteigneten trotz mehrfacher Aufforderung keine Planunterlagen eingereicht, welche die Feststellung der Gebäudehöhen ermöglicht hätte.
3.3. Die ESchK verzichtete auf eine abschliessende Klärung dieser Fragen, weil jedenfalls die Voraussetzung eines schweren Schadens klar nicht erfüllt sei. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne eine Entwertung einer Liegenschaft von 10 % enteignungsrechtlich einen schweren Schaden darstellen. Das ASTRA habe anhand der von ihm entwickelten Methode zur Berechnung des lärmbedingten Minderwerts von Liegenschaften (MiStra) einen von der Nationalstrasse verursachten lärmbedingten Schaden von 2.4 % ermittelt. Die ESchK gelangte aufgrund einer Gesamtwürdigung aller Umstände zum Ergebnis, der Minderwert liege deutlich unter 10 %, weshalb das Kriterium des schweren Schadens nicht erfüllt sei.
3.4. Die Beschwerdeführenden werfen den Vorinstanzen vor, sich einzig auf die in der Plangenehmigung UVEK vom 5. April 2017 prognostizierte Lärmbelastung für den Zeitpunkt 2030 und die sich daraus ergebenden Prozentwerte gemäss MiStra gestützt zu haben. Dies sei offensichtlich bundesrechtswidrig: Zum einen sei nach ständiger Rechtsprechung auf die rechtliche und tatsächliche Situation im massgebenden Schätzungszeitpunkt abzustellen (unten E. 4). Zum anderen sei zu Unrecht keine Gesamtwürdigung der Verhältnisse vorgenommen worden (unten E. 5). Subsidiär machen sie geltend, dass selbst dann von einem schweren Schaden auszugehen wäre, wenn der lärmbedingte Schaden nur 2,4 % des Gebäudewerts betrüge, wie von der ESchK angenommen (unten E. 6).
4.
ESchK und Bundesverwaltungsgericht stellten auf die Lärmprognosen des Plangenehmigungsverfahrens "Sentibrücken" ab, welche die zukünftige Lärmentwicklung bis 2030 berücksichtige (vgl. Planbericht vom 15. Januar 2016 "Erleichterungen gemäss Lärmschutzverordnung", Erleichterungsantrag Nr. 5, Objektblätter 3.4 und 3.6). Danach werde der Immissionsgrenzwert (IGW) für die Empfindlichkeitsstufe II (ES II) von 60 dB (A) am Tag in allen Geschossen und an allen Fassaden der Mehrfamilienhäuser Luegetenstrasse 18 und 20 eingehalten. Der IGW für die Nacht von 50 dB (A) werde nur in den Dachwohnungen im 4. OG und einzig an der Südfassade um 1 dB (A) überschritten. Die Plangenehmigungsverfügung vom 5. April 2017 sei unbestrittenermassen in Rechtskraft erwachsen, weshalb der Einwand unbehelflich sei, dass diese bzw. die darin festgestellten Immissionsgrenzwerte bundesrechtswidrig seien. Hinzu komme, dass die ESchK eine Gesamtwürdigung der lärmrechtlichen Situation vorgenommen habe und die Feststellungen am Augenschein miteinbezogen habe. Den Antrag auf Einholung eines Lärmgutachtens wies das Bundesverwaltungsgericht daher in antizipierter Beweiswürdigung ab, soweit darauf überhaupt einzugehen sei.
4.1. Mit den Vorinstanzen ist davon auszugehen, dass das rechtskräftig genehmigte Sanierungsprojekt "Sentibrücken" im Enteignungsverfahren nicht mehr in Frage gestellt werden kann. Soweit die Beschwerdeführenden das Sanierungsprojekt kritisieren und geltend machen, es hätten weitere Lärm- oder passive Schallschutzmassnahmen ergriffen werden müssen, ist darauf nicht einzutreten. Zwar können Schallschutzmassnahmen auch noch im Enteignungsverfahren, als Sachleistung i.S.v. Art. 18
|
RS 711 LEspr Legge federale del 20 giugno 1930 sull'espropriazione (LEspr) Art. 18 |
||||||
| La prestazione in denaro può essere sostituita in tutto o in parte da un'equivalente prestazione in natura, specie quando la espropriazione impedisca di perseguire l'esercizio di un'azienda agricola, quando essa concerna dei diritti d'acqua e di forza idraulica o, infine, quando pregiudichi delle vie di comunicazione o delle condotte. | ||||||
| Gli equivalenti in natura non sono ammissibili senza il consenso dell'espropriato, se non quando gli interessi di quest'ultimo siano bastevolmente tutelati. | ||||||
| L'assegnazione d'un fondo a titolo di equivalente in natura non può aver luogo che se l'espropriato vi consenta e se i creditori aventi diritto di pegno sul fondo espropriato, i cui crediti non sono rimborsati, accettino la sostituzione del pegno. | ||||||
Näher zu prüfen ist, ob auch die Lärmprognosen des Sanierungsprojekts im Enteignungsverfahren massgeblich bzw. verbindlich sind.
4.2. Grundsätzlich ist im Enteignungsverfahren auf die rechtliche und tatsächliche Situation im Schätzungszeitpunkt abzustellen (BGE 134 II 49 E. 13.2; 145 E. 6 S. 150 und nicht publizierte E. 11.2); dieser ist in der Regel auf das Datum der Einigungsverhandlung festzulegen (aArt. 19bis Abs. 1
|
RS 711 LEspr Legge federale del 20 giugno 1930 sull'espropriazione (LEspr) Art. 19bis [1] |
||||||
| È determinante il valore venale (art. 19 lett. a) alla data in cui il titolo di espropriazione diventa esecutivo. | ||||||
| [1] Introdotto dal n. I della LF del 18 mar. 1971 (RU 1972 1076; FF 1970 I 774). Nuovo testo giusta il n. I della LF del 19 giu. 2020, in vigore dal 1° gen. 2021 (RU 2020 4085; FF 2018 4031). | ||||||
4.2.1. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die Sanierung Vorrang vor der Entschädigung, weshalb vor Ablauf der Sanierungsfrist grundsätzlich keine Entschädigung verlangt werden kann (vgl. BGE 123 II 560 E. 4; ADRIAN GOSSWEILER, Entschädigugnen für Lärm von öffentlichen Verkehrsanlagen, Elemente für eine Neuordnung durch den Gesetzgeber, 2014, S. 274 ff. mit Hinweisen). Die Beschwerdeführenden machen keine Ausnahme von diesem Grundsatz geltend, sondern verlangen eine Enteignungsentschädigung für die nach erfolgter Sanierung noch verbleibende übermässige Lärmbelastung ihrer Liegenschaft. Massgeblich sind somit die Lärmimmissionen nach Umsetzung des Sanierungsprojekts. Diese wurden im Plangenehmigungsverfahren prognostiziert, weshalb es grundsätzlich zweckmässig und zulässig erscheint, auf diese Prognosen abzustellen.
4.2.2. Im Lärmprojekt wurde die Verkehrsentwicklung bis 2030 berücksichtigt, wobei von einer Zunahme des Verkehrs um 20 % (bezogen auf 2010) ausgegangen wurde. Nach dem Stichtag eintretende Änderungen der tatsächlichen Situation, die sich werterhöhend oder -mindernd auswirken können, dürfen bei der Entschädigungsbemessung nur insoweit berücksichtigt werden, als sie sich im Schätzungszeitpunkt im Verkehrswert des von der Enteignung betroffenen Objekts schon niedergeschlagen haben oder mit hinreichender Sicherheit niederschlagen werden (BGE 134 II 49 E. 13.3; in BGE 134 II 145 nicht publizierte E. 11.3). Dazu kann insbesondere ein vorhersehbarer Anstieg der Verkehrsbelastung einer bestehenden Strasse gehören (BGE 134 II 49 E. 13.2; 110 Ib 340 E. 5 S. 351 f.; in BGE 134 II 145 nicht publ. E. 11.2). Noch ungewisse Entwicklungen dürfen nicht berücksichtigt werden (BGE 134 II 49 E. 13.3). Die Beschwerdeführenden legen nicht dar, inwiefern die prognostizierte Verkehrszunahme zu ungewiss oder offensichtlich unrichtig sei und deshalb nicht hätte berücksichtigt werden dürfen.
4.3. Fraglich ist dagegen, ob die Lärmprognosen des Sanierungsprojekts von der Rechtskraft des Plangenehmigungsentscheids umfasst werden und daher im Enteignungsverfahren nicht mehr überprüft werden können. Der Umfang der Rechtskraft bemisst sich grundsätzlich nach dem Entscheiddispositiv, dessen Tragweite unter Beizug der Erwägungen zu ermitteln ist (vgl. z.B. BGE 116 II 738 E. 2a S. 743/744 mit Hinweis).
4.3.1. In der Regel sind Immissionsprognosen Sachverhaltselemente, die der Beurteilung eines Rechtsverhältnisses zugrunde gelegt werden, aber nicht ihrerseits in Rechtskraft erwachsen. Allerdings schreibt Art. 37a Abs. 1
|
RS 814.41 OIF Ordinanza del 15 dicembre 1986 contro l'inquinamento fonico (OIF) Art. 37a [1] Definizione delle immissioni foniche e controllo |
||||||
| Nella sua decisione concernente la costruzione, la modifica o il risanamento di un impianto, l'autorità esecutiva definisce le immissioni foniche consentite. | ||||||
| Nel caso in cui risulti accertato o sia lecito attendersi che le immissioni foniche di un impianto divergano sensibilmente e durevolmente dalle immissioni definite nella decisione, l'autorità esecutiva adotta le misure necessarie. | ||||||
| L'UFAM può emanare raccomandazioni volte ad assicurare la comparabilità dei rilevamenti e della rappresentazione dei dati relativi alle immissioni foniche definite in tali decisioni. | ||||||
| [1] Introdotto dal n. I dell'O del 12 apr. 2000 (RU 2000 1388). Nuovo testo giusta il n. I dell'O del 1° set. 2004, in vigore dal 1° ott. 2004 (RU 2004 4167). | ||||||
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RS 814.01 LPAmb Legge federale del 7 ottobre 1983 sulla protezione dell'ambiente (Legge sulla protezione dell'ambiente, LPAmb) - Legge sulla protezione dell'ambiente Art. 16 Obbligo di risanamento |
||||||
| Gli impianti, che non soddisfano le prescrizioni della presente legge o quelle, ecologiche, di altre leggi federali, devono essere risanati. | ||||||
| Il Consiglio federale emana prescrizioni su gli impianti, l'estensione dei provvedimenti da adottare, i termini e il procedimento. | ||||||
| Prima di ordinare considerevoli misure di risanamento, l'autorità chiede al titolare dell'impianto di presentarle proposte in merito. | ||||||
| In casi urgenti, le autorità ordinano il risanamento a titolo preventivo. Se necessario, possono decidere la chiusura dell'impianto. | ||||||
|
RS 814.41 OIF Ordinanza del 15 dicembre 1986 contro l'inquinamento fonico (OIF) Art. 13 Risanamenti |
||||||
| Per gli impianti fissi che contribuiscono in modo determinante al superamento dei valori limite d'immissione l'autorità esecutiva ordina, dopo aver sentito il detentore dell'impianto, i risanamenti necessari. | ||||||
| Gli impianti devono essere risanati: | ||||||
| nella maggior misura possibile dal punto di vista tecnico e dell'esercizio e sopportabile sotto il profilo economico, e | ||||||
| in modo che i valori limite d'immissione non siano superati. | ||||||
| Se nessun interesse preponderante vi si oppone, l'autorità esecutiva dà la preferenza ai provvedimenti che impediscono o riducono la produzione del rumore rispetto a quelli che ne impediscono o ne riducono semplicemente la propagazione. | ||||||
| Nessun risanamento deve essere effettuato, se: | ||||||
| i valori limite d'immissione sono superati solo in zone di costruzione non ancora urbanizzate; | ||||||
| sulla base del diritto cantonale di costruzione e di pianificazione del territorio, sul luogo delle immissioni foniche saranno prese misure di pianificazione, sistemazione o costruzione che permetteranno, prima dello scadere dei termini fissati (art. 17), di rispettare i valori limite d'immissione. | ||||||
|
RS 814.41 OIF Ordinanza del 15 dicembre 1986 contro l'inquinamento fonico (OIF) Art. 14 Facilitazioni in materia di risanamento |
||||||
| L'autorità esecutiva accorda facilitazioni nella misura in cui: | ||||||
| il risanamento provoca limitazioni dell'esercizio sproporzionate o costi sproporzionati; | ||||||
| interessi preponderanti, segnatamente nel campo della protezione dei siti, della natura e del paesaggio, della sicurezza del traffico o dell'esercizio, come pure della difesa integrata, si oppongono al risanamento. | ||||||
| I valori d'allarme non devono tuttavia essere superati dagli impianti privati non concessionati. | ||||||
Vorliegend entsprach das UVEK den Erleichterungsanträgen des ASTRA für die Objekte Luegetenstrasse 18 und 20 und legte für diese Objekte im Dispositiv fest, dass der IGW für die Empfindlichkeitsstufe II nachts (50 dB) um 1 dB überschritten werden dürfe. Diese Festlegung ist rechtskräftig geworden und kann im Enteignungsverfahren nicht mehr überprüft werden. Dies ist auch nicht erforderlich: Sollten nämlich die tatsächlichen Immissionen nach Sanierung den festgelegten Lärmpegel überschreiten, würde dies eine Abweichung von der bewilligten Nutzung der Anlage darstellen (vgl. Urteil 1C 63/2019 vom 29. Januar 2020 E. 5.2, in: URP 2020 566), welche die Betroffenen nicht dulden müssten, sondern gegen die sie sich zur Wehr setzen könnten. Insoweit wurden ihre Abwehransprüche nicht enteignet.
4.3.2. Anders verhält es sich dagegen bei den Lärmprognosen der Objektblätter, insbesondere für die Empfangspunkte, an denen die IGW (gemäss Berechnung) eingehalten werden. Die Lärmbelastung unterhalb der Schwelle der IGW spielte für die lärmrechtliche Beurteilung des Sanierungsprojekts keine Rolle und musste daher auch (im Dispositiv der Plangenehmigungsverfügung) nicht verbindlich festgehalten werden. Er ist (nur) für die Entschädigungshöhe und damit auch für die Schwere des Schadens relevant, weil hierfür der gesamte lärmbedingte Minderwert berücksichtigt wird, auch soweit die Immissionen unterhalb der IGW liegen (vgl. unten E. 5.1 zum Modell MiStra, das einen lärmbedingten Schaden ab einer Schwelle von 10 dB unter dem IGW annimmt). Insofern sind die Lärmprognosen der Objektblätter nicht in Rechtskraft erwachsen.
4.4. Dies bedeutet indessen nicht, dass darauf im Enteignungsverfahren nicht abgestellt werden durfte, bestehen doch keinerlei Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Lärmprognosen im Plangenehmigungsverfahren:
Diese wurden auf der Grundlage von Berechnungen für den Zustand 2030 mittels eines Computerprogramms ermittelt. Als Basis für die Berechnungen diente ein dreidimensionales Geländemodell mit den Lärmquellen, den relevanten Objekten im Schallausbreitungsweg und den massgebenden Empfangspunkten. Für Gebäude und Anlagen wurden Reflexionen und materialspezifische Absorptionseigenschaften berücksichtigt (vgl. Lärmschutzprojekt, Bericht [Strassen-]Lärmschutzprojekt vom 15. Januar 2016, Ziff. 2.5.2 S. 28 f.). Zur Eichung der Modellberechungen wurden Verkehrszählungen und Lärmmessungen durchgeführt und deren Ergebnisse für jahresdurchschnittliche Verhältnisse umgerechnet. Dafür wurde u.a. in der unmittelbaren Nähe der Liegenschaft der Beschwerdeführenden (an der Luegetenstrasse 17) eine Langzeitlärmmessung durchgeführt. Aufgrund des Vergleichs der rechnerischen Lärmbelastung nachts mit der gemessenen und normalisierten Belastung wurden die berechneten Lärmbelastungen um +2 dB (A) angehoben. Das UVEK erachtete daher die Lärmwerte als korrekt ermittelt und ging davon aus, neue Messungen auf der Liegenschaft der Beschwerdeführenden würden zu keinem anderen Ergebnis führen (vgl. Plangenehmigungsverfügung S. 20 f. und S. 25 f.).
Am Augenschein der ESchK ergänzte der Vertreter des ASTRA, dass die von den Beschwerdeführenden beantragten Lärmmessungen nicht aussagekräftig wären, weil sie nicht nur den Lärm der Nationalstrasse, sondern auch Nebengeräusche erfassen würden und der Wind dabei eine grosse Rolle spiele.
Unter diesen Umständen durften die ESchK und das Bundesverwaltungsgericht auf die Lärmprognosen im Plangenehmigungsverfahren abstellen und den Antrag auf Einholung eines akustischen Gutachtens bzw. von Langzeitlärmmessungen in antizipierter Beweiswürdigung abweisen, ohne das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden zu verletzen. Es besteht daher auch kein Anlass, ein solches Gutachten im bundesgerichtlichen Verfahren einzuholen.
4.5. Nicht nachvollziehbar ist die Rüge der Beschwerdeführenden zur sogenannten Lüftungsfensterpraxis des Bundesgerichts. Danach müssen die Lärmimmissionen an allen offenen Fenstern eines lärmempfindlichen Raums eingehalten werden (gemäss Art. 39 Abs. 1
|
RS 814.41 OIF Ordinanza del 15 dicembre 1986 contro l'inquinamento fonico (OIF) Art. 39 Luogo della determinazione |
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| Per gli edifici, le immissioni foniche devono essere determinate al centro delle finestre aperte dei locali sensibili al rumore. Le immissioni foniche degli aeroplani possono essere determinate anche in prossimità dell'edificio. [1] | ||||||
| Nelle zone non edificate di zone che richiedono una protezione fonica elevata, le immissioni foniche devono essere determinate ad 1,5 m dal suolo. | ||||||
| Nelle zone edificabili non ancora edificate le immissioni foniche devono essere determinate nel luogo dove, in base al diritto di costruzione e alla pianificazione, potranno sorgere edifici con locali sensibili al rumore. | ||||||
| [1] La correzione del 7 mag. 2019 concerne soltanto il testo francese (RU 2019 1337). | ||||||
5.
Zu prüfen ist noch die Rüge, die von der ESchK vorgenommene und vom Bundesverwaltungsgericht geschützte Schätzung der Schwere des Schadens sei bundesrechtswidrig, weil sie sich einzig auf die prognostizierten Lärmpegel und die Prozentpunkte gemäss der Bewertungsmethode MiStra stütze.
5.1. Das ASTRA berechnete einen Minderwert von 2.4 %, sowohl für die beiden Hausteile (Luegetenstrasse 18 und 20) einzeln als auch für die gesamte Liegenschaft, gestützt auf die Bewertungsmethode MiStra. Diese berechnet den lärmbedingten Mindertwert von Liegenschaften prozentual pro dB Lärm über einem Schwellenwert, der 10 dB unterhalb des massgeblichen IGW liegt. Gemäss ASTRA seien die Kriterien so konservativ angesetzt, dass aufgrund des Ergebnisses entschieden werden könne, ob ein schwerer Schaden gemäss bundesgerichtlicher Praxis (mind. 10 - 15 %) vorliege oder nicht. Die Methode äussere sich dagegen nicht zum Wert der Liegenschaft und zur effektiven Höhe des Schadens.
Das Bundesverwaltungsgericht hielt fest, die Methode MiStra beruhe auf vorhandenen Untersuchungen zu Minderwertberechnungen, insbesondere den Hedonic-Pricing-Studien der Zürcher Kantonalbank. Solche hedonischen Bewertungsmodelle seien allgemein üblich (mit Hinweis auf BGE 138 II 77 E. 7 und 134 II 49 E. 18) und würden auch von den Beschwerdeführenden nicht substanziiert bestritten. Die Berücksichtigung dieser Methode liege im Rahmen des vorinstanzlichen Schätzungsermessens und diene einer einheitlichen Praxis. Unter der Prämisse, dass der Minderwert deutlich unter 10 % liege, sei es auch ohne Weiteres vertretbar gewesen, auf eine detaillierte Minderwertberechnung zu verzichten.
5.2. Die Beschwerdeführenden erheben keine (substanziierten) Rügen gegen die Berechnungsmethode MiStra, machen aber geltend, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht einzig auf die Lärmbelastung abgestellt werden dürfe, sondern weitere Gegebenheiten zu berücksichtigen seien, welche die Immobilienpreise zu beeinflussen vermögen, wie insbesondere Art, Lage und Umgebung der Liegenschaft (BGE 130 II 394 E. 12.3; 110 Ib 340 E. 2; 94 I 286 E. 9c; Urteil 1C 78/2019 vom 22. November 2019 E. 3.2). Vorliegend habe die ESchK zwar behauptet, eine eigene Abwägung aufgrund ihres Gesamteindrucks vorgenommen zu haben; sie habe jedoch keinerlei Ausführungen zu den massgebenden Umständen und zum tatsächlich wahrnehmbaren Lärm gemacht und habe damit ihr Schätzungsermessen offensichtlich überschritten. Nicht berücksichtigt worden seien insbesondere die günstige Lage der Liegenschaft im ruhigen Geissmattquartier, die Tatsache, dass der Autobahnlärm bei offenen Fenstern in allen Wohnungen (ausser evtl. den beiden untersten) deutlich wahrnehmbar sei, der durch die Verschiebung des Tunnelportals entstandene "Trompeteneffekt" sowie die Lärmabprallungen an den Häusern und Wänden rund um die Liegenschaft. Das Bundesverwaltungsgericht hätte
daher ein unabhängiges Schätzungsgutachten einholen müssen.
5.3. Das Bundesverwaltungsgericht hielt diesen Vorwurf für unbegründet: Die ESchK habe sich nicht einzig auf die Methode MiStra gestützt, sondern im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch den Gesamteindruck abgewogen. Sie habe überdies berücksichtigt, dass auch gemäss Immobiliengutachten geringe Immissionen von der Autobahn und der Bahnlinie bestünden. Sie habe damit ihr Schätzungsermessen weder über- oder unterschritten noch missbraucht. Das Bundesverwaltungsgericht wies daher die Anträge auf Durchführung eines Augenscheins unter Beizug eines Schätzungsexperten in antizipierter Beweiswürdigung ab.
Diese Erwägungen der Vorinstanz lassen keine Verletzung von Bundesrecht erkennen.
5.4. Vorweg ist festzuhalten, dass es nicht um die genaue Schätzung des Verkehrswerts des Grundstücks mit und ohne Lärmbelastung ging, sondern einzig um die Einschätzung, ob der Schaden deutlich unter 10 % liege und ein Enteignungsanspruch daher von vornherein ausgeschlossen war.
5.4.1. Zwar gibt die Bewertungsmethode MiStra nicht Auskunft über die genaue Schadenshöhe; sie erlaubt jedoch eine Aussage zur statistisch zu erwartenden Grössenordnung des Schadens. Liegt dieser deutlich unter 10 % (hier: 2.4 %), stellt dies zumindest ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass die Anspruchsvoraussetzung der Schwere des Schadens nicht erfüllt ist.
5.4.2. Die ESchK beliess es nicht einzig bei der Berechnung mit MiStra, sondern ergänzte diese mit dem am Augenschein gewonnenen Eindruck sowie der Einschätzung des Immobiliengutachtens.
Die von den Beschwerdeführenden erwähnten Besonderheiten der Lärmausbreitung und -reflexion waren bereits bei der Prognose der Lärmimmissionen im Sanierungsverfahren berücksichtigt worden (vgl. oben E. 4.4) und mussten daher von der ESchK nicht besonders gewürdigt werden. Auch die Lage der Wohnung in einem lärmempfindlichen Wohnquartier wirkte sich - über die Empfindlichkeitsstufe [ES II] - bereits auf den massgeblichen IGW und damit auch auf den Schwellenwert gemäss MiStra aus.
Die ESchK traf eigene Feststellungen zu Überbauung und Nutzung der streitbetroffenen Liegenschaft (vgl. Schätzungsentscheid E. 8.3). Entscheidend war für sie jedoch, dass die IGW in der Nacht nur geringfügig (um 1 dB) in den Dachgeschosswohnungen überschritten werden, und in allen anderen Wohnungen die IGW und tagsüber auch die Planungswerte eingehalten werden, im EG und im 1. OG auch die Planungwerte nachts. Sie ging daher davon aus, die streitbezogene Liegenschaft werde nach Ausführung des gesamten Sanierungsprojekts und mit Blick auf den Planungshorizont 2030 gut dastehen, weshalb die lärmbedingte Wertminderung deutlich unter 10 % liege.
Dies lässt keine Bundesrechtsverletzung erkennen. Die vorliegende Konstellation entspricht im Wesentlichen derjenigen in BGE 110 Ib 340 E. 11: Dort verneinte das Bundesgericht die Schwere des Schadens, weil von den insgesamt neun Wohnungen des Mehrfamilienhauses nur die oberste, nach Osten gerichtete Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung von übermässigem Lärm betroffen war, und dies auch nur nachts. Unter diesen Umständen sei der immissionsbedingte Schaden als gering zu betrachten, insbesondere was seine Höhe im Verhältnis zum Gesamtwert der Liegenschaft betreffe, weshalb die Zusprechung einer Entschädigung ausser Betracht falle.
5.4.3. Es ist schliesslich auch nicht zu beanstanden, dass die ESchK die Einschätzung des Verkehrslärms im Immobiliengutachten berücksichtigte. Dieses Gutachten war von den Beschwerdeführenden selbst eingereicht worden. Zwar mag es konservativ mit Blick auf den Verkehrswert sein; dies erklärt indessen nicht, weshalb die Einschätzung der Lärmimmissionen als "gering" unrichtig sei. Im Übrigen stellt dieses Gutachten lediglich einen Mosaikstein in der Begründung der ESchK bzw. der Vorinstanz dar, die sich im Wesentlichen auf die Berechnung MiStra und den Eindruck der fachkundigen Mitglieder der Schätzungskommission am Augenschein stützt.
5.5. Nicht nachvollziehbar ist die Rüge der Beschwerdeführenden, die ESchK habe den Lärm in ihrem Entscheid vom 12. Februar 2020 als "nicht wahrnehmbar" beurteilt, was in offensichtlichem Widerspruch zu den Feststellungen am Augenschein stehe, wonach der Autobahnlärm auf der Ebene der Zufahrtsstrasse, auf den Terrassen und in den Räumen bei offenem Fenster deutlich wahrnehmbar sei. Im Schätzungsentscheid findet sich keine entsprechende Aussage der ESchK. Diese stellte, wie dargelegt, darauf ab, dass (ausser in den Dachgeschosswohnungen) die IGW überall und die Planungswerte teilweise eingehalten seien. Dies bedeutet lediglich, dass der Lärm nicht übermässig ist, nicht aber, dass er nicht (deutlich) wahrnehmbar sei.
5.6. Unter diesen Umständen durfte das Bundesverwaltungsgericht einen Missbrauch des Schätzungsermessens der ESchK verneinen, und war nicht verpflichtet, einen eigenen Augenschein durchzuführen oder ein Schätzungsgutachten einzuholen. Die entsprechenden Anträge der Beschwerdeführenden sind daher auch im bundesgerichtlichen Verfahren abzuweisen.
6.
Subsidiär machen die Beschwerdeführenden geltend, die Voraussetzung des schweren Schadens sei selbst dann erfüllt, wenn der lärmbedingte Schaden wesentlich unter 10 % des Verkehrswerts liege. Es gebe keine allgemeingültig festgelegte Grenze, und auch ein rein absolut betrachtet hoher Schaden könne diese Voraussetzung erfüllen. Vorliegend sei der Verkehrswert des Grundstücks im Immobiliengutachten auf Fr. 6'451'800.-- geschätzt worden. Die Beschwerdeführenden hätten vor BVGer vorgebracht, dass der aktuelle Wert Fr. 7'300'000.-- betrage; dies sei vom Beschwerdegegner nicht bestritten worden. Der von der ESchK anerkannte lärmbedingte Minderwert von 2.4 % ergebe einen absoluten Schaden von Fr. 175'200.--, was keinesfalls geringfügig sei. So habe das Bundesgericht in BGE 102 Ib 271 E. 4 S. 275 f. einen Schaden von Fr. 13'500.-- als schwer beurteilt.
6.1. Nach einer Standardformulierung des Bundesgerichts setzt das Kriterium der Schwere voraus, dass der immissionsbedingte Schaden eine gewisse Höhe oder einen gewissen Prozentsatz des Gesamtwertes einer Liegenschaft erreicht (so z.B. BGE 134 II 49 E. 11 S. 66; 130 II 394 E. 12.3, je mit Hinweisen; so schon der Grundsatzentscheid "Werren", BGE 94 I 286 E. 9c " si le dommage n'atteint pas un certain montant ou un certain pourcentage"). Diese Formulierung spricht per se für die Annahme der Beschwerdeführenden, wonach auch die absolute Höhe des Schadens relevant sei. Die Rechtsprechung verlangt jedoch zusätzlich zur Schadenshöhe eine billige Abwägung der gesamten Umstände des Einzelfalls; in diesem Rahmen ist die Höhe des Schadens insbesondere in Beziehung zum Gesamtwert der Liegenschaft zu setzen (so schon BGE 94 I 286 E. 9c: " Aussi incombe-t-il aux autorités d'expropriation de le déterminer de cas en cas, en tenant équitablement compte de tous les éléments de l'espèce, notamment l'importance du dommage et de sa relation avec la valeur de l'immeuble déprécié").
So wurde in dem von den Beschwerdeführenden zitierten Entscheid BGE 102 Ib 271 E. 4 darauf abgestellt, dass der Minderwert 10 % des Verkehrswerts ausmache. Nichts anderes ergibt sich aus dem Urteil 1C 78/2019 vom 22. November 2019: In diesem Entscheid ging es um die Verjährung; die Anspruchsvoraussetzungen der Enteignungsentschädigung wurden nur kurz, unter Verweis auf die bisherige Rechtsprechung, rekapituliert; eine Praxisänderung war offensichtlich nicht bezweckt. Aus der Formulierung in E. 3.2, die Voraussetzung der Schwere bedeute, dass der Schaden "eine gewisse Höhe" erreichen müsse, lässt sich daher nicht schliessen, dass auf einen prozentualen Schwellenwert zu verzichten sei.
6.2. Die Voraussetzung der Schwere des immissionsbedingten Schadens findet nach der Rechtsprechung ihre Rechtfertigung im Grundsatz, dass eine Entschädigung nicht für jeden beliebigen staatlichen Eingriff und damit auch nicht für jede beliebige Beeinträchtigung durch den öffentlichen Verkehr geschuldet wird. Das Bundesgericht erwog, dass die Grundeigentümer und -eigentümerinnen selbst von diesen Anlagen profitierten, die sich oftmals wertsteigernd auf die angrenzenden Liegenschaften auswirkten; müssten die Gemeinwesen sämtliche Wertminderungen ersetzen, wären sie oft nicht mehr in der Lage, neue Verkehrsanlagen zu erstellen oder bestehende zu erweitern (grundlegend BGE 94 I 286 E. 8a und E. 9c; 121 II 317 E. 5a S. 330; 123 II 481 E. 7d; je mit Hinweisen). Grundgedanke ist damit eine gewisse Sozialpflichtigkeit des Eigentums, in deren Rahmen relativ geringfügige Beeinträchtigungen durch den Verkehr auf öffentlichen Strassen entschädigungslos hinzunehmen sind.
6.3. Die bisherige Praxis und ihre Begründung sprechen gegen das Abstellen auf absolute Beträge, welche die Eigentümer und Eigentümerinnen von grossen und wertvollen Liegenschaften bevorzugen und diesen einen Entschädigungsanspruch schon bei relativ geringfügigen Beeinträchtigungen verschaffen würde, während alle anderen Betroffenen leer ausgingen. Dies stünde im Gegensatz zu den Erwägungen in BGE 101 Ib 405 E. 3b/aa S. 409, wo bei der billigen Würdigung aller Umstände die bescheidenen Verhältnisse der Beschwerdeführerin berücksichtigt wurden, die es dieser nicht gestatteten, aus eigenen Mitteln das Nötige vorzukehren, um die störenden Einwirkungen des Verkehrs in ihrem Haus zu dämpfen.
Ob ausnahmsweise einmal, aufgrund besonderer Umstände des Einzelfalls, aus Billigkeitsgründen ein absolut hoher Schaden von deutlich unter 10 % des Verkehrswerts als schwer anerkannt werden könnte, kann offenbleiben, weil im vorliegenden Fall keine derartigen Gründe dargetan oder ersichtlich sind.
7.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 66
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 66 Onere e ripartizione delle spese giudiziarie |
||||||
| Di regola, le spese giudiziarie sono addossate alla parte soccombente. Se le circostanze lo giustificano, il Tribunale federale può ripartirle in modo diverso o rinunciare ad addossarle alle parti. | ||||||
| In caso di desistenza o di transazione, il Tribunale federale può rinunciare in tutto o in parte a riscuotere le spese giudiziarie. | ||||||
| Le spese inutili sono pagate da chi le causa. | ||||||
| Alla Confederazione, ai Cantoni, ai Comuni e alle organizzazioni incaricate di compiti di diritto pubblico non possono di regola essere addossate spese giudiziarie se, senza avere alcun interesse pecuniario, si rivolgono al Tribunale federale nell'esercizio delle loro attribuzioni ufficiali o se le loro decisioni in siffatte controversie sono impugnate mediante ricorso. | ||||||
| Salvo diversa disposizione, le spese giudiziarie addossate congiuntamente a più persone sono da queste sostenute in parti eguali e con responsabilità solidale. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 68 Spese ripetibili |
||||||
| Nella sentenza il Tribunale federale determina se e in che misura le spese della parte vincente debbano essere sostenute da quella soccombente. | ||||||
| La parte soccombente è di regola tenuta a risarcire alla parte vincente, secondo la tariffa del Tribunale federale, tutte le spese necessarie causate dalla controversia. | ||||||
| Alla Confederazione, ai Cantoni, ai Comuni e alle organizzazioni incaricate di compiti di diritto pubblico non sono di regola accordate spese ripetibili se vincono una causa nell'esercizio delle loro attribuzioni ufficiali. | ||||||
| Si applica per analogia l'articolo 66 capoversi 3 e 5. | ||||||
| Il Tribunale federale conferma, annulla o modifica, a seconda dell'esito del procedimento, la decisione sulle spese ripetibili pronunciata dall'autorità inferiore. Può stabilire esso stesso l'importo di tali spese secondo la tariffa federale o cantonale applicabile o incaricarne l'autorità inferiore. | ||||||
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 7'000.-- werden den Beschwerdeführenden auferlegt.
3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
4.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführenden, dem Bundesamt für Strassen, der Eidgenössischen Schätzungskommission, Kreis 9, und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 20. Februar 2023
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Kneubühler
Die Gerichtsschreiberin: Gerber
Registro di legislazione
LEspr 5
LEspr 18
LEspr 19 bis
LPAmb 16
LTF 66
LTF 68
LTF 82
LTF 86
LTF 89
LTF 95
LTF 97
LTF 100
LTF 105
LTF 106
OIF 13
OIF 14
OIF 37 a
OIF 39
|
RS 711 LEspr Legge federale del 20 giugno 1930 sull'espropriazione (LEspr) Art. 5 |
||||||
| Possono formare l'oggetto dell'espropriazione i diritti reali sui fondi, i diritti risultanti dalle disposizioni sulla proprietà fondiaria in materia di rapporti di vicinato, inoltre i diritti personali dei conduttori e degli affittuari del fondo da espropriare. | ||||||
| Questi diritti possono essere estinti o limitati in modo permanente o temporaneo. | ||||||
|
RS 711 LEspr Legge federale del 20 giugno 1930 sull'espropriazione (LEspr) Art. 18 |
||||||
| La prestazione in denaro può essere sostituita in tutto o in parte da un'equivalente prestazione in natura, specie quando la espropriazione impedisca di perseguire l'esercizio di un'azienda agricola, quando essa concerna dei diritti d'acqua e di forza idraulica o, infine, quando pregiudichi delle vie di comunicazione o delle condotte. | ||||||
| Gli equivalenti in natura non sono ammissibili senza il consenso dell'espropriato, se non quando gli interessi di quest'ultimo siano bastevolmente tutelati. | ||||||
| L'assegnazione d'un fondo a titolo di equivalente in natura non può aver luogo che se l'espropriato vi consenta e se i creditori aventi diritto di pegno sul fondo espropriato, i cui crediti non sono rimborsati, accettino la sostituzione del pegno. | ||||||
|
RS 711 LEspr Legge federale del 20 giugno 1930 sull'espropriazione (LEspr) Art. 19bis [1] |
||||||
| È determinante il valore venale (art. 19 lett. a) alla data in cui il titolo di espropriazione diventa esecutivo. | ||||||
| [1] Introdotto dal n. I della LF del 18 mar. 1971 (RU 1972 1076; FF 1970 I 774). Nuovo testo giusta il n. I della LF del 19 giu. 2020, in vigore dal 1° gen. 2021 (RU 2020 4085; FF 2018 4031). | ||||||
|
RS 814.01 LPAmb Legge federale del 7 ottobre 1983 sulla protezione dell'ambiente (Legge sulla protezione dell'ambiente, LPAmb) - Legge sulla protezione dell'ambiente Art. 16 Obbligo di risanamento |
||||||
| Gli impianti, che non soddisfano le prescrizioni della presente legge o quelle, ecologiche, di altre leggi federali, devono essere risanati. | ||||||
| Il Consiglio federale emana prescrizioni su gli impianti, l'estensione dei provvedimenti da adottare, i termini e il procedimento. | ||||||
| Prima di ordinare considerevoli misure di risanamento, l'autorità chiede al titolare dell'impianto di presentarle proposte in merito. | ||||||
| In casi urgenti, le autorità ordinano il risanamento a titolo preventivo. Se necessario, possono decidere la chiusura dell'impianto. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 66 Onere e ripartizione delle spese giudiziarie |
||||||
| Di regola, le spese giudiziarie sono addossate alla parte soccombente. Se le circostanze lo giustificano, il Tribunale federale può ripartirle in modo diverso o rinunciare ad addossarle alle parti. | ||||||
| In caso di desistenza o di transazione, il Tribunale federale può rinunciare in tutto o in parte a riscuotere le spese giudiziarie. | ||||||
| Le spese inutili sono pagate da chi le causa. | ||||||
| Alla Confederazione, ai Cantoni, ai Comuni e alle organizzazioni incaricate di compiti di diritto pubblico non possono di regola essere addossate spese giudiziarie se, senza avere alcun interesse pecuniario, si rivolgono al Tribunale federale nell'esercizio delle loro attribuzioni ufficiali o se le loro decisioni in siffatte controversie sono impugnate mediante ricorso. | ||||||
| Salvo diversa disposizione, le spese giudiziarie addossate congiuntamente a più persone sono da queste sostenute in parti eguali e con responsabilità solidale. | ||||||
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RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 68 Spese ripetibili |
||||||
| Nella sentenza il Tribunale federale determina se e in che misura le spese della parte vincente debbano essere sostenute da quella soccombente. | ||||||
| La parte soccombente è di regola tenuta a risarcire alla parte vincente, secondo la tariffa del Tribunale federale, tutte le spese necessarie causate dalla controversia. | ||||||
| Alla Confederazione, ai Cantoni, ai Comuni e alle organizzazioni incaricate di compiti di diritto pubblico non sono di regola accordate spese ripetibili se vincono una causa nell'esercizio delle loro attribuzioni ufficiali. | ||||||
| Si applica per analogia l'articolo 66 capoversi 3 e 5. | ||||||
| Il Tribunale federale conferma, annulla o modifica, a seconda dell'esito del procedimento, la decisione sulle spese ripetibili pronunciata dall'autorità inferiore. Può stabilire esso stesso l'importo di tali spese secondo la tariffa federale o cantonale applicabile o incaricarne l'autorità inferiore. | ||||||
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RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 82 Principio |
||||||
| Il Tribunale federale giudica i ricorsi: | ||||||
| contro le decisioni pronunciate in cause di diritto pubblico; | ||||||
| contro gli atti normativi cantonali; | ||||||
| concernenti il diritto di voto dei cittadini nonché le elezioni e votazioni popolari. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 86 Autorità inferiori in generale |
||||||
| Il ricorso è ammissibile contro le decisioni: | ||||||
| del Tribunale amministrativo federale; | ||||||
| del Tribunale penale federale; | ||||||
| dell'autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva; | ||||||
| delle autorità cantonali di ultima istanza, sempreché non sia ammissibile il ricorso al Tribunale amministrativo federale. | ||||||
| I Cantoni istituiscono tribunali superiori che giudicano quali autorità di grado immediatamente inferiore al Tribunale federale, in quanto un'altra legge federale non preveda che le decisioni di altre autorità giudiziarie sono impugnabili mediante ricorso al Tribunale federale. | ||||||
| Per le decisioni di carattere prevalentemente politico i Cantoni possono istituire quale autorità di grado immediatamente inferiore al Tribunale federale un'autorità diversa da un tribunale. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 89 Diritto di ricorso |
||||||
| Ha diritto di interporre ricorso in materia di diritto pubblico chi: | ||||||
| ha partecipato al procedimento dinanzi all'autorità inferiore o è stato privato della possibilità di farlo; | ||||||
| è particolarmente toccato dalla decisione o dall'atto normativo impugnati; e | ||||||
| ha un interesse degno di protezione all'annullamento o alla modifica degli stessi. | ||||||
| Hanno inoltre diritto di ricorrere: | ||||||
| la Cancelleria federale, i dipartimenti federali o, in quanto lo preveda il diritto federale, i servizi loro subordinati, se l'atto impugnato può violare la legislazione federale nella sfera dei loro compiti; | ||||||
| in materia di rapporti di lavoro del personale federale, l'organo competente dell'Assemblea federale; | ||||||
| i Comuni e gli altri enti di diritto pubblico, se fanno valere la violazione di garanzie loro conferite dalla costituzione cantonale o dalla Costituzione federale; | ||||||
| le persone, le organizzazioni e le autorità legittimate al ricorso in virtù di un'altra legge federale. | ||||||
| In materia di diritti politici (art. 82 lett. c), il diritto di ricorrere spetta inoltre a chiunque abbia diritto di voto nell'affare in causa. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 95 Diritto svizzero |
||||||
| Il ricorrente può far valere la violazione: | ||||||
| del diritto federale; | ||||||
| del diritto internazionale; | ||||||
| dei diritti costituzionali cantonali; | ||||||
| delle disposizioni cantonali in materia di diritto di voto dei cittadini e di elezioni e votazioni popolari; | ||||||
| del diritto intercantonale. | ||||||
|
RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 97 Accertamento inesatto dei fatti |
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| Il ricorrente può censurare l'accertamento dei fatti soltanto se è stato svolto in modo manifestamente inesatto o in violazione del diritto ai sensi dell'articolo 95 e l'eliminazione del vizio può essere determinante per l'esito del procedimento. | ||||||
| Se il ricorso è diretto contro una decisione d'assegnazione o rifiuto di prestazioni pecuniarie dell'assicurazione militare o dell'assicurazione contro gli infortuni, può essere censurato qualsiasi accertamento inesatto o incompleto dei fatti giuridicamente rilevanti. [1] | ||||||
| [1] Nuovo testo giusta la cifra IV n. 1 della LF del 16 dic. 2005, in vigore dal 1° gen. 2007 (RU 2006 2003; FF 2005 2751). | ||||||
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RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 100 Ricorso contro decisioni |
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| Il ricorso contro una decisione deve essere depositato presso il Tribunale federale entro 30 giorni dalla notificazione del testo integrale della decisione. | ||||||
| Il termine è di dieci giorni per i ricorsi contro le decisioni: | ||||||
| delle autorità cantonali di vigilanza in materia di esecuzione e fallimento; | ||||||
| nel campo dell'assistenza giudiziaria internazionale in materia penale e dell'assistenza amministrativa internazionale in materia fiscale; | ||||||
| in materia di ritorno di un minore secondo la Convenzione europea del 20 maggio 1980 [3] sul riconoscimento e l'esecuzione delle decisioni in materia di affidamento di minori e sul ristabilimento dell'affidamento oppure secondo la Convenzione del 25 ottobre 1980 [4] sugli aspetti civili del rapimento internazionale di minori; | ||||||
| del Tribunale federale dei brevetti in materia di rilascio di una licenza secondo l'articolo 40d della legge del 25 giugno 1954 [6] sui brevetti. | ||||||
| Il termine è di cinque giorni per i ricorsi contro le decisioni: | ||||||
| delle autorità cantonali di vigilanza in materia di esecuzione e fallimento pronunciate nell'ambito dell'esecuzione cambiaria; | ||||||
| dei Governi cantonali su ricorsi concernenti votazioni federali. | ||||||
| Il termine è di tre giorni per i ricorsi contro le decisioni dei Governi cantonali su ricorsi concernenti le elezioni al Consiglio nazionale. | ||||||
| Per i ricorsi concernenti conflitti di competenza tra due Cantoni, il termine decorre al più tardi dal giorno in cui in ciascun Cantone sono state pronunciate decisioni impugnabili mediante ricorso al Tribunale federale. | ||||||
| ... [7] | ||||||
| Il ricorso per denegata o ritardata giustizia può essere interposto in ogni tempo. | ||||||
| [1] Nuovo testo giusta l'all. n. 1 della L del 28 set. 2012 sull'assistenza amministrativa fiscale, in vigore dal 1° feb. 2013 (RU 2013 231; FF 2011 5587). [2] Nuovo testo giusta l'all. n. 1 della LF del 21 giu. 2013 (Autorità parentale), in vigore dal 1° lug. 2014 (RU 2014 357; FF 2011 8025). [3] RS 0.211.230.01 [4] RS 0.211.230.02 [5] Introdotta dall'all. n. 2 della LF del 20 mar. 2009 sul Tribunale federale dei brevetti, in vigore dal 1° gen. 2012 (RU 2010 513, 2011 2241; FF 2008 349). [6] RS 232.14 [7] Abrogato dall'all. 1 cifra II n. 2 del Codice di procedura civile del 19 dic. 2008, con effetto dal 1° gen. 2011 (RU 2010 1739; FF 2006 6593). | ||||||
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RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 105 Fatti determinanti |
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| Il Tribunale federale fonda la sua sentenza sui fatti accertati dall'autorità inferiore. | ||||||
| Può rettificare o completare d'ufficio l'accertamento dei fatti dell'autorità inferiore se è stato svolto in modo manifestamente inesatto o in violazione del diritto ai sensi dell'articolo 95. | ||||||
| Se il ricorso è diretto contro una decisione d'assegnazione o rifiuto di prestazioni pecuniarie dell'assicurazione militare o dell'assicurazione contro gli infortuni, il Tribunale federale non è vincolato dall'accertamento dei fatti operato dall'autorità inferiore. [1] | ||||||
| [1] Nuovo testo giusta la cifra IV n. 1 della LF del 16 dic. 2005, in vigore dal 1° gen. 2007 (RU 2006 2003; FF 2005 2751). | ||||||
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RS 173.110 LTF Legge del 17 giugno 2005 sul Tribunale federale (LTF) - Organizzazione giudiziaria Art. 106 Applicazione del diritto |
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| Il Tribunale federale applica d'ufficio il diritto. | ||||||
| Esamina la violazione di diritti fondamentali e di disposizioni di diritto cantonale e intercantonale soltanto se il ricorrente ha sollevato e motivato tale censura. | ||||||
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RS 814.41 OIF Ordinanza del 15 dicembre 1986 contro l'inquinamento fonico (OIF) Art. 13 Risanamenti |
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| Per gli impianti fissi che contribuiscono in modo determinante al superamento dei valori limite d'immissione l'autorità esecutiva ordina, dopo aver sentito il detentore dell'impianto, i risanamenti necessari. | ||||||
| Gli impianti devono essere risanati: | ||||||
| nella maggior misura possibile dal punto di vista tecnico e dell'esercizio e sopportabile sotto il profilo economico, e | ||||||
| in modo che i valori limite d'immissione non siano superati. | ||||||
| Se nessun interesse preponderante vi si oppone, l'autorità esecutiva dà la preferenza ai provvedimenti che impediscono o riducono la produzione del rumore rispetto a quelli che ne impediscono o ne riducono semplicemente la propagazione. | ||||||
| Nessun risanamento deve essere effettuato, se: | ||||||
| i valori limite d'immissione sono superati solo in zone di costruzione non ancora urbanizzate; | ||||||
| sulla base del diritto cantonale di costruzione e di pianificazione del territorio, sul luogo delle immissioni foniche saranno prese misure di pianificazione, sistemazione o costruzione che permetteranno, prima dello scadere dei termini fissati (art. 17), di rispettare i valori limite d'immissione. | ||||||
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RS 814.41 OIF Ordinanza del 15 dicembre 1986 contro l'inquinamento fonico (OIF) Art. 14 Facilitazioni in materia di risanamento |
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| L'autorità esecutiva accorda facilitazioni nella misura in cui: | ||||||
| il risanamento provoca limitazioni dell'esercizio sproporzionate o costi sproporzionati; | ||||||
| interessi preponderanti, segnatamente nel campo della protezione dei siti, della natura e del paesaggio, della sicurezza del traffico o dell'esercizio, come pure della difesa integrata, si oppongono al risanamento. | ||||||
| I valori d'allarme non devono tuttavia essere superati dagli impianti privati non concessionati. | ||||||
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RS 814.41 OIF Ordinanza del 15 dicembre 1986 contro l'inquinamento fonico (OIF) Art. 37a [1] Definizione delle immissioni foniche e controllo |
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| Nella sua decisione concernente la costruzione, la modifica o il risanamento di un impianto, l'autorità esecutiva definisce le immissioni foniche consentite. | ||||||
| Nel caso in cui risulti accertato o sia lecito attendersi che le immissioni foniche di un impianto divergano sensibilmente e durevolmente dalle immissioni definite nella decisione, l'autorità esecutiva adotta le misure necessarie. | ||||||
| L'UFAM può emanare raccomandazioni volte ad assicurare la comparabilità dei rilevamenti e della rappresentazione dei dati relativi alle immissioni foniche definite in tali decisioni. | ||||||
| [1] Introdotto dal n. I dell'O del 12 apr. 2000 (RU 2000 1388). Nuovo testo giusta il n. I dell'O del 1° set. 2004, in vigore dal 1° ott. 2004 (RU 2004 4167). | ||||||
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RS 814.41 OIF Ordinanza del 15 dicembre 1986 contro l'inquinamento fonico (OIF) Art. 39 Luogo della determinazione |
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| Per gli edifici, le immissioni foniche devono essere determinate al centro delle finestre aperte dei locali sensibili al rumore. Le immissioni foniche degli aeroplani possono essere determinate anche in prossimità dell'edificio. [1] | ||||||
| Nelle zone non edificate di zone che richiedono una protezione fonica elevata, le immissioni foniche devono essere determinate ad 1,5 m dal suolo. | ||||||
| Nelle zone edificabili non ancora edificate le immissioni foniche devono essere determinate nel luogo dove, in base al diritto di costruzione e alla pianificazione, potranno sorgere edifici con locali sensibili al rumore. | ||||||
| [1] La correzione del 7 mag. 2019 concerne soltanto il testo francese (RU 2019 1337). | ||||||
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