738 Obligafionenrecht. N° 96.

soigneusement motivée et qui paraît avoir été faite en tenant compte de
toutes les circonstances.

Quant à l'indemnité supplémentaire de 200 fr. réclamée du chef de la
coucurrence que certains sociétaires ont iaite au défendeur après leur
sortie de la Société, c'est à bon droit que l'instance cantonale en
a fait ahstraction: s'il peut étre douteux que la preuve du dommage
prétendu ne resulte pas du dossier, comme le dit la Cour d'appel, dans
tous les cas il s'agit d'acles illicites commis par certains propriétaires
après qu'ils avaient cessé de faire partie de la Société et celle-oi ne
saurait douc etre rendue responsable de leurs agissements qui n'engagent
que leur propre responsabilité.

G. Sur la somme de 2972 fr. 80, qui représente le total du dommage cause
au defendeur, la Cour d'appel a Opèré une reduction de 472 fr. 80 pour
tenir compte de la faute que Balimami aurait commise en ii'apportant pas
assez d'energia à la poursuite legale de son droit . Elle esfime que le
défendeur aurait du exiger avec plus d'insistance que la Société sévlt
contre les sociétaires fautifs, qu'il aurait du refuser plus sonvent les
lajts mauvais et qu'il aurait du ou menacer de cesserla fabrjcaiion ou
prendre des mesures judiciaires immédiates. Ces reproclies ne paraissent
cependanl pas fonds-s : le jugement constate luimeme qu'à de nombreuses
reprises Balimaim a refusé le lait apporté et a fait des representations
énergiques soif zux sociètaires individuellement, soit aux organes de
la Société. Sans deute il anrait pu {aire plus encore et résilier le
contrat en voyant que ses remoutrances restaient vaines. Mais on ne
saurait lui faire un grieî' (le n'avoir pas reeouru a une mesure aussi
radicale et qui était grosse de consequences Impossibles à prévoir
et d'avoir préféré continuer les pourparlers amiables dont il pouvait
espérer qu'ils ahouiiraient ou à une reduction sensible du prix du lait
ou à un contröle plus efficace de la Société sur les livraisons de ses
membres. D'ailleurs, à supposer méme qu'on voulùt lui imputer à faute
la patience qu'il a montrèe,

Obllgationenrecht. N° 97. 739

rien ne prouve qu'elle ait eu des eonséquences fächeuses pour
la demanderesse; celle-ci n'ignorait pas la responsahilité qu'elle
encourait: plus énergiquement menacée aurait-elle mieux execute le cont
rat et, encas de résiliation, aurait-elle pu livrer son lait à un prix
plus élevé que celui qu'elle obtient en fin de compte du défendeur?
cela est peu vraisemblable et, dans tous les cas, cela n'est nullement
ètabli. Il ne se justifie donc pas de laisser une partie du dommage à
la charge du défendeur.

Par ces motifs, le Tribunal fédéral . pronouce:

Le recours par voie de jonction de la demand'eresse est écarté.

Le recours principal du défendeur est partiellement admis et l'arrét
cantonal est reforme en ce seus que la somme que le défendeur est en
droit de oompenser avec celle due par lui a la Société est fixée à 2972
fr. 80. L'arrét cantonal est confirmé pour le surplus tant sur le fond
que sur les frais.

97. Urteil der II. Zivilabteilung vom 21. Dezember 1915 i. S. Wegmsnn,
Beklagter, gegen Konkursmasse Engler & Cie, Klägerin. Art. 56 OG ;
Unzulässigkeit der Berufung, wenn das eid-

genössische Recht von den kantonalen Gerichten lediglich als supponierter
Inhalt des ausländischen Rechts angewandt

werden ist.

A. Mit Vertrag vom 11. November 1912 verpflichtete sich die gew. Firma
Kugler & Cie, Bankgeschäft in Zürich, dem Beklagten gegen verschiedene
Gegenleistungen u. a. Obligationen der englischen Gesellschaft Lake
Copper Proprietary Company Limited im Betrag von £ 7060

740 Obligationenreeht. N° 97.

auszuhändigen . Nachdem der Konkurs über die Firma Kugler & Cie erklärt
worden war, trat die Klägerin in den Vertrag mit dem Beklagten ein und
erklärte sich bereit, die genannten Obligationen auf den Beklagten zu
übertragen. Der Beklagte verlangte jedoch, dass die Klägerin auch dafür
sorge, dass er im Obligationenregister der englischen Gesellschaft als
Eigentümer der Obligationen eingetragen werde, mit der Behauptung,
dass die Uebertragung nur durch diesen Registereintrag wirksam
werde. Bemühungen der Klägerin zur Erwirkung dieses Registereintrages
blieben erfolglos ; ebenso lief auch eine vom Beklagten der Klägerin
durch den Richter angesetzte Frist zur Bewirkung des Eintrages ohne
Erfolg ab, worauf der Beklagte der von der Klägerin am 7. August 1914
erhobenen Klage auf Bezahlung eines an sich nicht streitigen Betrages
kompensationsund Widerklageweise eine Schadensersatzforderung von
150,000 Fr. nebst 5% Zins seit 3. September 1913 wegen Nichterfüllung
der Pflicht zur Uebertragung der Obligationen entgegenstellte.. Die
Klägerin bestritt, zu mehr als zur Ausstellung einer Zessionsurkunde und
Uebergabe der Obligationen verpflichtet zu sein und machte im übrigen
geltend, die englische Gesellschaft habe die Umschreibung der Titel im
Gesellschaftsregister grundlos verweigert.

B. Durch Urteil vom 9. März 1915 hat das Handelsgericht des Kantons
Zürich die Klage gutgeheissen und die Widerkiage abgewiesen. Die
Abweisung der Widerklage begründete das Handelsgericht damit, dass nach
schweizerischem Recht zur Uebertragung von Obligationen eine Umschreibung
im Gesellschaftsregister nicht notwendig sei; da der Widerkläger nicht
dargetan habe, dass das englische Recht, welches hier zur Anwendung
zu kommen habe, andern Grundsätzen folge und dem Gericht eine sichere
Kenntnis des englischen Rechts abgehe, sei daher nach konstanter Praxis
die Uebereinstimmung des fremden mit dem inländischen Recht anzunehmen
und davon auszugehen, dass eine g e s e t z l i c he

Obligationenrecht. N° 97. 741

Beschränkung der Übertragbarkeit der Obligationen durch Umschreibung der
Titel im Ohligatjonenregister der Gesellschaft nicht bestehe. An Hand
des Wortlautes der Obligationen hat das Handelsgericht aber auch das
Vorliegen einer Beschränkung der Uebertragbarkeit infolge P a r t e i
v e r e i n b a r u n g zwischen der englischen Gesellschaft und ihren
Obligationengläubigern als nicht erwiesen betrachtet. Schliesslich hat
die Vorinstanz die Frage, ob der auf den Obligationen gelegte embargo
dieDispositionsbelugnis über die Obligationen beschränkt habe, auf Grund
der Auskunft eines englischen Rechtsanwaltes (also nach englischem Recht)
verneint.

C. Gegen dieses Urteil hat der Beklagte zugleich mit einer inzwischen
abgewiesenen Nichtigkeitsheschwerde an das Kassationsgerieht des Kantons
Zürich die Berufung an das Bundesgericht ergriffen, mit den Anträgen,
die Klage sei abzuweisen und die Widerklage gutznheissen ; eventuell
sei die Sache an das Handelsgericht zurückzuweisen zur Beweisergänzung
darüber, dass nur der im Obliganonenregister der Lake Copper Proprietary
Company Limited Eingetragene irgendwelche Rechte aus den Obligationen
dieser Gesellschaft geltend machen könne und die Lake Copper Proprietary
Company Limited sich zur Umschreibung der streitigen Titel auf den
Beklagten lediglich wegen ihrer Differenzen mit der

Klägerin weigere ; in Erwägung :

dass nach Art. 56 OG die Berufung an das Bundesgericht nur in solchen
Zivilrechtsstreitigkeiten statthaft ist, welche von den kantonalen
Gerichten unter Anwendung e i d g e n 6 s s i s c h e r Gesetze
entschieden worden sind oder nach solchen Gesetzen zu entscheiden waren;

dass die Gutheissung oder Abweisung der Widerklage davon abhängt, ob
die Abtretbarkeit der Obligationen

durch Gesetz oder Vereinbarung beschränkt ist ; dass diese Frage der
Zulässigkeit der Abtretung Inhalt

742 Obligationenrerht. N° 97.

und Wirkung der Forderung beschlägt und sich daher nicht nach dem Rechte
des Ortes, wo die Abtretung vor genommen wurde, sondern nach dem für
die Forderungen

geltenden Rechte entscheidet ;

dass die Forderung aus den Obligationen der englischen Gesellschaft
als eine in England zu erfüllende Forderung dem englischen Recht
untersteht und daher eine nach eidgenössischen Gesetzen zu entscheidende
Zivilstreitigkeit nicht vorliegt ;

dass somit nur fraglich sein kann, ob die Berufung aus dem Grunde und
insoweit statthaft sei, als die Vorinstanz bei ihrem Entscheid zum Teil
auf eidgenössisches Recht abgestellt hat ;

dass jedoch das Handelsgericht dabei das eidgenössische Recht ausdrücklich
nicht als schweizerisches sondern als supponierten Inhalt des englischen
Rechtes angewandt hat, so dass faktisch nicht Anwendung eidgenössischen
sondern ausländischen Rechts vorliegt (vgl. AS 20 S. 411 f.; ZITELMANN,
Internationales Privatrecht I S. 289);

dass unter diesen Umständen auf die Sache gemäss Art. 56 OG auch in
Bezug auf die behauptete Aktenwidrigkeit (in der Feststellung, dass die
Notwendigkeit des Registereintrages bestritten werden sei, während die
Klägerin sie in der Widerklageantwort stillschweigend anerkannt habe)
nicht einzutreten ist, da Aktenwidrigkeiten vor dem Bundesgericht
,nur inbezug auf Rechtsstreitigkeiten gerügt werden können, die seiner
sachlichen Zuständigkeit unterstehen ;

erkannt:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

Obligationenrecht. N° 98. 743

' 98. Urteil dei-I. Zivilebteilung vom 22. Dezember 1915 i. S. Sparund
Leihkasse Zofingen, Aberkennungsbeklagte und Berufungsklägerin gegen Menü,
Aherkennungskläger und Berufungsbeklagter.

A rt. 5 7 0 G. Anwendbarkeit des schweizerischen Rechts auf
Wechselakte. Ar t. 7 5 5 O R. Eine dem Wortlaut nach unvollständige und an
sich un ve rst ä n dlich e w echs el mässige Erklärung (2. B. Indossement)
kann nur dann auslegungsweise durch andere Angaben auf der Wechselurkunde
ergänzt und als gültig betrachtet werden, wenn jeder ernstliche
Zweifel üb er ihren wirklichen Inhalt ausgeschlossen ist. Verhältnis des
Ungültigkeitsgrundes der gesetzlich ungenügenden wechselmässigen Erklärung
zu dem der mangelnden Protesterhebu n g. Einrede des B etru ge s als
wechselrechtliche nach Art. 811
SR 220 Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht)
OR Art. 811 B. Geschäftsführung und Vertretung / III. Genehmigung durch die Gesellschafterversammlung - III. Genehmigung durch die Gesellschafterversammlung
1    Die Statuten können vorsehen, dass die Geschäftsführer der Gesellschafterversammlung:
1  bestimmte Entscheide zur Genehmigung vorlegen müssen;
2  einzelne Fragen zur Genehmigung vorlegen können.
2    Die Genehmigung der Gesellschafterversammlung schränkt die Haftung der Geschäftsführer nicht ein.
OR und als zivilrechtliche. Geltendmachung
des Wechselanspruchs im Aberkenn ungsproze ss.

]. Die Société Franco-Suisse Immobiliere in Paris hat durch ihren
Administrateur Délégué Valette am 24. Juni 1911 einen Kaufvertrag
um das Hotel Victoria in Grindelwald abgeschlossen mit Fabrikant
WiirglerWächter in Aarburg und zwei andern Miteigentümern als
Verkäufern. Der (Aberkennunge) Kläger, Hotelier Meuli, wurde von der
Käuferin als Direktor des Etablissements angestellt und hatte als solcher
eine Geschäftseinlage von 50,000 Fr. zu machen. Zu deren Leistung stellte
er am 18. Juli 1911 in Zofingen zwei gleichlautende Eigenwechsel von
je 25,000 Fr. an die Order der Société FrancoSuisse Immobiliere in
Paris aus, zahlbar am 5. August 1911 bei der heutigen (Aberkennungs)
Beklagten, der Sparund Leihkasse Zofingen. Auf den Rückseiten beider
Wechsel finden sich zwei Blanko-Indossamente, von denen je das erste
lautet : l'Administrateur Delégué : (sig) Valette und das nachfolgende
(sig) Würgler Wächter . ...Nachdem die Wechsel bei Verfall unbezahlt
geblieben waren, liess die Beklagte als derenInhaberin Protest erheben
und leitete darauf durch zwei gleichlautende

AS 41 u _. 1915 49
Entscheidinformationen   •   DEFRITEN
Entscheid : 41 II 739
Datum : 21. Dezember 1915
Publiziert : 31. Dezember 1915
Gericht : Bundesgericht
Status : 41 II 739
Sachgebiet : BGE - Zivilrecht
Regeste :


Gesetzesregister
OG: 56
OR: 811
SR 220 Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht)
OR Art. 811 B. Geschäftsführung und Vertretung / III. Genehmigung durch die Gesellschafterversammlung - III. Genehmigung durch die Gesellschafterversammlung
1    Die Statuten können vorsehen, dass die Geschäftsführer der Gesellschafterversammlung:
1  bestimmte Entscheide zur Genehmigung vorlegen müssen;
2  einzelne Fragen zur Genehmigung vorlegen können.
2    Die Genehmigung der Gesellschafterversammlung schränkt die Haftung der Geschäftsführer nicht ein.
Stichwortregister
Sortiert nach Häufigkeit oder Alphabet
beklagter • englisch • handelsgericht • bundesgericht • widerklage • schweizerisches recht • vorinstanz • ausländisches recht • frage • eintragung • angabe • erfüllung der obligation • entscheid • leiter • internationales privatrecht • richterliche behörde • eid • abtretbarkeit • orden • zins
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