214 Prozessrecht. N° 31 .

VII. PROZESSRECHT

PROCEDURE

31. Arrét de la Irc section civile da 8 mai 1919 dans la'cause Mergenegg
contre Bächler. Recours en reforme. Valeur litigieuSe inférieure à
4000 fr.

Simple renvoi aux écritures produites devant les ins' tances
eantonales. Recours irrecevable.

En septembre 1916, Bächler a 'assigné Morgenegg en paiement de 152 fr. Le
défendeur a conclu à liberation et a reclame reeonv'entiennellement
2450 fr.

Jugeant la cause en appel, la Cour de Justice civile du canton de Genève
3, par arrèt du 13 décembre 1918, debouté le dekendeur de sa demande
reconventionnelle et a acheminé le demandeur à faire la preuve par lui
offerte en ce qui concerne la somme qu'il reclame à Morgenegg. L'arrét
définitif a été ren'du le 7 mars 1919.

Morgenegg a recouru en reforme au Tribunal fédéral centre
l'arrèt du 13 décembre 1918 en tant qu'il a éearté ses conclusions
reconventionnelles. Le recourant declare reprendre les arguments qu'il
a fait valoir dans ses éeritures en appel des 15 mai et 13 juin 1918.

Considércmtsi:

que la valeur de l'objet du litige n'atteignaut pas 4000 fr., le recourant
aurait dù joindre à sa declaration un mémoire motivant sen recours,
conformément à la prescription de l'art. 67, dernier alinéa OJF ;

que, d'après la' jurisprudence du Tribunal fédéral, de simples references
aux écritures produites devant les instanees eantonales ne sauraient
remplaeer le mèmoirel'rozessreeln. N ° 32. *.* î &

prévu par la loi (v. entre autres arrèts, RD 28 II p.598 et suiv. ;
29 II p. 404 ; WEISS, Berufung, p. 108) ;

que le recours est dès lors entaché d'un vice de forme qui le rend
irrecevable (RO 33 II p. 211).

Le Tribunal fédéral pronome : ll n'est pas entre en matière sur le
recours.

32. Urteil der II. Zivilabteilung vom 19. Februar 1919 i. & Boni
gegen Hattingen Berechnung des Streitwertes wiederkehrender Leistungen
(Unterhaltsbeiträge an ein aussereheliches Kind) nach Art. 51,

59, 67 OG. Berechnung nach den Barwerttafeln von Piccard unt er
Zugrundlegung eines Zinsfusses von 4 3/2 %.

A. Durch Urteil vom 11. Oktober 1918 hat das Ohergericht des Kantons
Zürich ll. Kammer über die Streitfrage:

Ist der Beklagte als ausserehelicher Vater des von der Klägerin am
3. Januar 1918 geborenen Knaben Jakob zu erklären und als solcher zu
folgenden Leistun gen verpflichtet :

]. an die Kindsmutter:

.. a) für Entbindungskosten 40 Fr· b) für den Unterhalt während Vier
Wochen vor und vier Wochen nach der Geburt je 80 Fr.

2. a n d a s K i n d : monatliche Unterhaltsbeiträge von je 30
Fr. monatlich vorauszahlbar, von der Geburt ,bis zum zurückgelegten
18. Altersjahr desselben ; alles unter Kostenund Entsehädigungsfolge
Zu Lasten .-des Beklagten ? ss

erkannt: ss 1. Die Klage wird abgewiesen. 2 u. 3. (Kosten-und
Entsehädigungshestimmungen).-

216 Prozessrecht. N° 32.

B. Gegen dieses den Parteien am 17. Januar 1919 angestellte Urteil richtet
sich die vorliegende Berufung der Kläger mit dem Antrag auf Gutheissung
der Klagebegehren.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung :

streitig sind nach den Klageanträgen einzig die Leistungen von
zusammen 200 Fr. nach Art. 317 ZGB an die Klägerin 1 und der monatliche
Unterhaltsbeitrag

von 30 Fr. an das Kind. Der für das mündliche Berufungs

verfahren erforderliche Streitwert von 4000 Fr. fwäre demnach nur dann
erreicht, wenn der Kapitalwert der Monatsrente von 30 Fr. mindestens
3800 Fr. ausmachen würde (Art. 54, 59, 67 OG). Nach Piccard (Tabelle 7),
beträgt der Barwert einer monatlich vorschüssigen Rente Von 30 Fr. bis
zum vollendeten 18. Altersjahre für ein Kind männlichen Geschlechts,
je nachdem der Kapitalisierung ein Zinst'uss von .E'-VZ, 4 oder Liz/2%
zu Grunde gelegt wird ; 4 0 0 2. 80 (11,12 XZBO), 3 8 5 5(10,71X360) oder
3 7 1 5 (10,32 x360) Fr. Die Frage des Vorhandenseins des Streitwertes
hängt somit von der Wahl des Kapitalisationszinsfusses ab.

Nun ist allerdings richtig, dass das Bundesgericht bisher

in der Haftpflichtpraxis und früher auch bei der Berechnung des
Streitwertes auf Grund des OG im Anschluss an die Tabelle 3 bei soldan
niit einem Zinskusse von nur 3 1,(z % gerechnet hat. Es ist indessen
Piccard (Haftpflichtpraxis und soziale Unfallversicherung s. 124
ff.) beizustimmen, dass daran bei den Verhältnissen, wie sie sich
seither herausgebildet haben, nicht mehr festgehalten werden kann. Da
der Barwert einer Rente nichts anderes als das Kapital ist, dessen
es unter Hinzurechnung der darauf erlauienden Zinsen bedarf, um dem
Rentenberechtigten daraus die Entnahme einer Rente in der zugesprochenen
Höhe während der Rentendauer zu ermöglichen, kann der dabei einzusetzende
Zinskuss nichtels eine ein für alle Mal gegebene Grösse betrachtet,
sondernProzessrecht. N° 32. _; '

muss nach dem Durchschnittsertrag bestimmt werden,

den das Kapital mutmasslich während der Rentendauer abwarten wird. Es
hatte denn auch schon SOLDAN in den Erläuterungen zu seiner Tabelle 3
(s. das Zitat hei PICCARD, S. 128) darauf hingewiesen, dass bei der Wahl
des Zinsfusses auf die jeweilige Lage des Geldmarktes Rücksicht genommen
werden müsse. Erwägt man, dass heute der Ertrag erstklassiger Obligationen
allgemein 5 % und mehr beträgt, so geht es daher nicht-zu weit, wenn
für die Kapitalisierung von Renten nach Art. 54 GG em Zinsiuss von 4%%
zu Grunde gelegt wird. Die Möglichkeit einer allrnäligen Verbilligung
des Leihsatzes nach Rückkehr normalerer Verhältnisse ist damit immer
noch in hinlänglichem Masse berücksichtigt.

Da demnach der Streitwert mit 3915 Fr. (3715+200) unter 4000
Fr. bleibt,hätte der Berufungserklärungdamit sie als wirksam betrachtet
werden könnte, eine sie begründende Rechtsschriit beigelegt werden müssen
(Art. 67 OG) und muss mangels Erfüllung dieses Erfordermsses während
der Berufungsirist daS Eintreten auf die Berufung

abgelehnt werden.

Demnach erkennt das Bundesgericht : Auf die Berufung wird nicht
eingetreten.

Vgl. auch Nr. 26. Voir aussi n° 26.

AS 45 It ma "
Entscheidinformationen   •   DEFRITEN
Entscheid : 45 II 215
Datum : 08. Mai 1919
Publiziert : 31. Dezember 1919
Gericht : Bundesgericht
Status : 45 II 215
Sachgebiet : BGE - Zivilrecht
Regeste :


Gesetzesregister
OG: 51  54  59  67
ZGB: 317
ZGB Art. 317 C. Kindesschutz / IX. Zusammenarbeit in der Jugendhilfe - IX. Zusammenarbeit in der Jugendhilfe Die Kantone sichern durch geeignete Vorschriften die zweckmässige Zusammenarbeit der Behörden und Stellen auf dem Gebiet des zivilrechtlichen Kindesschutzes, des Jugendstrafrechts und der übrigen Jugendhilfe. SR 210 Schweizerisches Zivilgesetzbuch
Stichwortregister
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